Gospel 800 Zuhörer beim New Siyou Gospel Projekt in der Pauluskirche

Die Ulmer Gospel-Queen Siyou Isabelle.
Die Ulmer Gospel-Queen Siyou Isabelle. © Foto: Matthias Kessler
Christoph A. Schmidberger 28.12.2017

Songs wie „Joshua Fit The Battle Of Jericho“ und „Swing Low, Sweet Chariot“ haben ihre Ursprünge mutmaßlich in der Zeit der amerikanischen Antisklaverei-Bewegung der 1860er Jahre.  Kann man teilweise über 150 Jahre altem Liedgut heutzutage noch etwas abgewinnen? Kann man schon, man müsse die alten Songs eben nur neu interpretieren, denn die Botschaften seien in unseren schwierigen Zeiten genauso relevant wie damals, findet Ulms Musikikone Siyou Isabelle Ngnou­bam­djum.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag platzte die Ulmer Pauluskirche mit 800 Gästen wieder einmal aus allen Nähten, auch der Zusatztermin am Mittwoch war ausverkauft. Kein Wunder, griff Siyou doch unter dem Namen The New Siyou Gospel Projekt noch tiefer in die musikalische Wunderkiste. Mit dem Ulmer Tastenkünstler Martin Meixner gab es erstmals Orgelklänge zu hören – und auf einer echten Hammond A-100, die einst in vielen Kirchen im Gebrauch war.

Neben diesem herrlich altmodischen Klangteppich, der vor allem viele soulige und jazzige Akzente setzte, und Ralf Damraths im Blue-Eyed-Soul verwurzelten Vocals waren es die drei Sängerinnen Franzi Brendle, Lilli Makkay und Diana Ezerex, die für stimmliche Abwechslung und im großen Finale mit „O Holy Night“ und dem mehrsprachig vorgetragenen „Silent Night“ für Gänsehautmomente sorgten. Das Publikum lebte die Musik im Zugabenblock fieberhaft klatschend mit. Das ist wahrlich eine Musik, die Menschen und Seelen heil macht – Siyous wichtigstes Anliegen mit der Gospelmusik.

Mit den Konzerten können auch  materielle Bedürfnisse notleidender Menschen gestillt werden. Das sind vor allem Obdachlose und die Klasse der Flüchtlingskinder an der Waldorfschule  – der Erlös der Gospel-Abende war wieder für die Aktion 100 000 und Ulmer helft bestimmt.