Festival 14 Klarinettisten treten beim Donaufest an

Am Donnerstag ist es wieder soweit, dann startet um 16.30 Uhr der Fahnenlauf des 11. Internationalen Donaufests, im Bild die Fahnen des 10. Donaufests im Jahr 2016.
Am Donnerstag ist es wieder soweit, dann startet um 16.30 Uhr der Fahnenlauf des 11. Internationalen Donaufests, im Bild die Fahnen des 10. Donaufests im Jahr 2016. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Neu-Ulm / Helmut Pusch 04.07.2018
Beim Instrumentalwettbewerb des Donaufests in Ulm und Neu-Ulm gehen 14 Klarinettisten aus den Donau-Anrainer-Staaten an den Start.

Sie starteten einst vom Ulmer Donau-Ufer aus, die Auswanderer und Kolonisten, die nach dem Ende der Türkenkriege die entvölkerten Gegenden in Südosteuropa besiedelten. Ein gigantischer Transfer an Knowhow und Kultur – die Donau abwärts. Warum nicht nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die ganze Sache umdrehen und die Donauanrainer und ihre Menschen nach Ulm einladen – zu einem Begegnungsfest mit Kunst und Kultur? Das ist die Grundidee des Internationalen Donaufests, das am Wochenende zum elften Mal startet und bis zum 15. Juli läuft.

Seit 2012 gehört zum Donaufest ein Wettbewerb, in dem sich  junge Instrumentalisten aus Baden-Württemberg und den Donau-Anrainer-Ländern in der Ulmer Musikschule messen. Nach der Trompete, dem Klavier und der Geige steht dieses Jahr die Klarinette im Mittelpunkt. 14 Talente werden von Montag an versuchen, die Jury von sich zu überzeugen.

Dass es nur 14 sind, obwohl jedem der zehn Donauländer ein Kontingent von zwei Musikern zusteht, erklärt Projektleiter Volkmar Clauß so: „Es hat sich rumgesprochen, dass unser Wettbewerb ein hohes Niveau hat. Die Professoren und Hochschulen, mit denen wir zusammenarbeiten, wissen das und suchen unter ihren Studenten nur solche Musiker aus, die auch Chancen haben, den Wettbewerb für sich zu entscheiden.“

6000 Euro Preisgeld

In der Jury sitzen renommierte Klarinettisten: Der Schweizer Fabio Di Càsola, der Ungar János Szepesi und die Deutsche Nicola Jürgensen entscheiden über die drei Preise, die mit insgesamt 6000 Euro dotiert sind. Neben den Geldpreisen winkt  den Preisträgern auch ein Konzert mit dem Philharmonischen Kammerorchester beim nächsten Donaufest. 2016 hatten Katarina Kutnar und Dusan Panajotovic  den Geigenwettbewerb für sich entschieden, und wenn am Mittwoch, 11. Juli, die besten Klarinettisten Kostproben ihres Könnens im Preisträgerkonzert geben, dann spielen die beiden Geiger Werke von Sarasate und  Vivaldi.

Der Wettbewerb beginnt am Montag  (10-13.30 Uhr und 15-19 Uhr) und ist öffentlich. Am Dienstag spielen die besten Teilnehmer nochmal von 10-13.30 Uhr in der Musikschule und am Mittwoch, 20 Uhr, gibt es im Saal der Musikschule das Abschlusskonzert.

Ausblick auf 2020

Trompete, Klavier, Geige, Klarinette: Was steht beim Donaufest 2020 an? „Mein Traum wäre ein Cello-Wettbewerb“, schwärmt Volkmar Clauß. „Allerdings reicht dafür mein Etat nicht.“ Das Problem: Wer mit einem Cello im Flugzeug anreist, muss für sein Instrument einen eigenen Platz buchen. „Musiker trennen sich nicht von ihren kostbaren Instrumenten.“ Der Transport eines Cellos im Frachtraum  eines Flugzeugs sei für die oft mehr als 200 Jahre alten Instrumente viel zu riskant, sagt Clauß. „Und Musiker, die dieses Risiko für ihr Instrument eingehen, sind nicht die Leute, die wir auf unserem Wettbewerb haben wollen.“ Fürs Cello muss Clauß also auf Sponsoren hoffen.

Fünf Tipps zum Festivalprogramm

1 „Die perfekte Welle“ heißt das von Heinz Helmschrot in Szene gesetzte Varieté, das am Samstag (20 Uhr) und Sonntag (17 Uhr) im Scharff-Haus zu sehen ist.

2 Sie ist eine der prominentesten Schauspielerinnen Deutschlands: Katja Riemann liest am Samstag, 20 Uhr, im Stadthaus aus Stefan Zweigs „Die Welt von gestern – Erinnerungen eines Europäers“. Zweig schildert als Zeitzeuge das Schicksal seiner Generation und die Umbrüche des Ersten Weltkriegs.

3 Nochmals Literatur, von Schauspielern gelesen: Am Sonntag startet am späten Abend um 23 Uhr im Künstlerhaus Ulm die Reihe Literarische Absacker: Julia Baukus, Sibylle Schleicher, Ulla Willick, Fabian Gröver, Gunther Nickles und Christian Streit vom Theater Ulm lesen Lyrik und Prosa zeitgenössischer Autoren aus den Donauländern – von Sonntag bis Freitag, jeweils 23 Uhr.

4 Silent Cinema? So nennen die Donaufestmacher eine neue Reihe auf der Neu-Ulmer Bühne. Dort werden nach Einbruch der Dunkelheit Filme gezeigt. Den Ton dazu gibt es über Kopfhörer, die man leihen kann. Am Sonntag wird „Gypsy Spirit“ gezeigt, ein Roadmovie, das den Roma-Musiker Harri Stojka auf seiner Spurensuche in Indien begleitet. Stojka kommt auch leibhaftig. Der Gitarrenvirtuose spielt am Sonntag, 15. Juli, 15 Uhr, mit seinem Trio auf der Bühne im Weindorf.

5 Karl Jenkins ist einer der meistaufgeführten zeitgenössischen Komponisten. Seine Messe „The Armed Man“ singen vier Chöre von Gymnasien aus Bulgarien, Ungarn, Österreich und  Deutschland – begleitet vom Philharmonischen Orchester der Stadt Ulm am 14. Juli, 20 Uhr, in der Pauluskirche.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel