50 Jahre Jubiläum Was von „2001 - Odyssee im Weltraum“ heute Realität ist

Ulm / Susanne Klöpfer 06.04.2018
Vor 50 Jahren kam Stanley Kubricks „2001 - Odyssee im Weltraum" ins Kino. Eine Ausstellung gibt Einblicke hinter die Kulissen. Beeindruckend sind auch Kubricks Zukunftsvision: iPad, Alexa und Skype kamen eigentlich alle schon in „2001 - Odyssee im Weltraum" vor.

1968 kam Stanley Kubricks „2001 - Odyssee im Weltraum" in die Kinos. Zu Ehren des Meisterwerks aus dem Genre Science-Fiction, gibt es im „Deutschen Filmmuseum Frankfurt“ eine Ausstellung. Zu sehen sind Designs, Kostüme, Requisiten und Unterlagen aus dem Archiv des Regisseurs. Und sollen Einblicke in die Entstehung Kubricks Zukunftsvision geben. Dank geschickt eingesetzter Tricktechnik tauchten die Zuschauer in eine realistisch wirkende Weltall-Atmosphäre sein. Und das, bevor der erste Mensch überhaupt den Mond betreten hatte.

Kubricks Vision der Zukunft: iPads, Alexa und Skype

Im Jahr 1972 sagte Kur´brick schon voraus: „Wir werden eine Welt haben, in der sich die Maschinen besser zurechtfinden werden als die Menschen, weil sie nicht auf ihre persönliche Erfahrung begrenzt sind, sondern über alle Erfahrung verfügen, die man aufzeichnen kann."

Nicht nur filmisch, sondern auch mit den technischen Details beeindruckt das Werk noch heute. Es scheint, als habe Kubrick unsere heutige Technik, wie iPads und Alexa schon vor 50 Jahren erfunden:

Tablets

Auf ihrem Weg zum Jupiter arbeiten die zwei Astronauten an ihren Tablet-Computern. 2010 stellten Steve Jobs und Apple das erste iPad vor. Kurios: Im Streit um geistiges Eigentum mit Apple, argumentierte Samsung auch, dass es das Design der Tablets schon seit „2001“ geben würde.

Sprachsteuerung

Siri, Alexa, Google Home heißen die Sprachsteuerungen heute. Auch wenn es ab und zu noch kleine Fehler gibt, wie die ungesteuerten Lach-Attacken von Alexa. Bei Kubrick regelt eine Sprachsteuerungssystem die Grenzkontrollen im Weltall.

Videotelefonie

Ob Skype, Facetime oder Hang Out – Videotelefonie ist schon fast selbstverständlich. Obwohl Skype erstmals 2009 vorgestellt wurde, unterhielt sich in Kubricks Film 1968 einer der Astronauten mit seiner Tochter per Videofunktion.

Lippenlese-Technologie

Die beiden Astronauten wollten ihren Bordcomputer HAL 9000 überlisten, aber dieser konnte Lippen lesen und bekam so alles mit. Google DeepMind und die University of Oxford stellten 2016 eine künstliche Intelligenz vor, die das Lippenlesen fast perfekt beherrschte.

Künstliche Intelligenzen (KI)

Im Film ist Bordcomputer HAL 9000 verantwortlich für die Raumfähre “Discovery1”, aber spielt auch mal mit den Astronauten Schach. Im März 2018 zeigten Mitarbeiter von Toyota einen Roboter mit künstlicher Intelligenz, der Basketballkörbe aus einer Entfernung von 3,6 Metern mit einer Treffsicherheit von 100 Prozent traf – und damit gegen Profi-Basketballer gewann.

Künstliche Intelligenzen, wie autonomes Fahren nehmen auch immer mehr Gestalt an. Der Gründer von Space X und Tesla-Chef, Elon Musk, warnte im März auf der Digitalmesse SXSW: „Die Gefahr von Künstlicher Intelligenz ist größer als die bei Atomwaffen.“ Die Kontrolle über die Entwicklung von KI’s sei wichtig, denn diese handelten ohne ethische Grundsätze. Was Ähnlichkeiten mit einer Übernahme, wie von HAL 9000 in „2001: Odyssee im Weltraum“, aufweisen würde

Das Meisterwerk „2001 - Odyssee im Weltraum“

Die Story des Films beruht auf der Kurzgeschichte des Schriftsteller und Zukunftswissenschaftler, Arthur C. Clarke. Die Regie-Version von Kubrick kann in vier Teile gegliedert werden. Der Anfang spielt am Vorabend der Menschheit bei Menschenaffen. Nach der Berührung mit dem schwarzen Monolithen, kommt ein Affe später auf die Nutzung von Knochen als Werkzeug und Waffen. Vier Millionen Jahre in der Zukunft ist Dr. Heywood Floyd mit dem Raumschiff Orion auf dem Weg zum Mond. Das Ziel: Einen alten Monolithen untersuchen, der den Jupiter anstrahlt. Deswegen wird 18 Monate später eine Expedition zum Jupiter mit Wissenschaftlern und Astronauten, sowie dem Bordcomputer HAL 9000 gestartet. Doch der Bordcomputer wendet sich gegen die Astronauten, Frank und Dave. Im vierten Teil beobachtet sich Dave selbst, als alten Mann. Dazu kommen der Tod, der schwarze Monolith und ein Embryo.