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Die US-Schauspielerin Diane Keaton („Dancing Queens“) wehrt sich gegen das abnehmende Rollenangebot für Frauen im zunehmenden Alter. „Wir Frauen sind es, die in einer Beziehung bestimmen, wo unser Geld ausgegeben wird“, sagt die 73-Jährige der „Bild am Sonntag“. „Rein ökonomisch gesehen, sind wir es, die die Filmwirtschaft am Leben erhalten. Wer Profite will, darf Frauen über 60 nicht mehr ignorieren.“

Deutsche Schauspielerinnen teilen ihre Einschätzung im Gespräch mit „Bild am Sonntag“. So sagte etwa Michaela May (67): „Die Bevölkerung wird immer älter. Die Gruppe der älteren Menschen geht auch sehr gern ins Kino. Und sie sieht auch noch sehr gern linear Fernsehen. Da wäre es doch auch sinnvoll, in Filmen Problematiken zu zeigen, die Menschen über 50 oder 60 betreffen.“ Dazu zählt sie Verluste, Ängste, den näher rückenden Tod oder Probleme mit der Rente.

Jutta Speidel (65) sagte, auch sie erhalte deutlich weniger interessante Rollenangebote als früher. „Fast immer geht es um freudlose, frustrierte Frauen, die im Alter noch mal einen Frühling erleben. So ein Schmarren!“, kritisierte sie. „Ich kenne so viele lustige, kluge und tatendurstige Frauen in meinem Alter und älter, die so viel zu geben und sagen haben. Im Vergleich dazu ist die Anzahl der guten Rollen verschwindend gering.“ Das habe nichts mit veralteten Strukturen zu tun. „Es liegt an einer Respekt- und Lieblosigkeit uns Frauen gegenüber.“