Schwäbisch Hall „Schmetterlinge kennt man nur aus Tiersendungen“

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Schwäbisch Hall / Kathrin Knaack 04.06.2018
Was man tun kann, um die Umwelt zu schonen, erklärt Heiner Schwarz-Leuser, Energiebeauftragter der Stadt Hall, in einem Interview.

Was Jugendliche für den Umweltschutz tun können, erklärt Heiner Schwarz-Leuser, Energiebeauftragter der Stadt Hall, in einem Interview.

Worauf kann jeder leicht achten, um die Umwelt zu schützen?

Heiner Schwarz-Leuser: Energie sparen – Lichter ausschalten, wenn man sie nicht mehr benötigt, und die Heizung nicht zu hoch drehen. Müll vermeiden – keine Einwegverpackungen, sondern zum Beipsiel „Coffe to go-Pfandbecher“ verwenden. Luft reinhalten – kurze (oder auch längere) Wege mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen, anstatt mit Auto oder Moped.

Womit schädigen wir die Umwelt am meisten?

Der Klimawandel wird uns weltweit sehr große Probleme bereiten, weil er die Lebensbedingungen in vielen Teilen der Welt massiv ändern wird. In Mitteleuropa merken wir, dass die Sommer heißer werden und insbesondere die Starkregenereignisse bis hin zu Katastrophen zunehmen. In anderen Teilen der Welt herrscht vermehrt Dürre, die zu Wassermangel und Nahrungsmittelknappheit führt. Weitere wichtige Aspekte sind die Vergiftung von Böden durch die intensive Landwirtschaft, das Insektensterben und die Plastikmüllflut, die schlussendlich in den Meeren landet.

Wenn sich keiner für die Umwelt engagieren würde, wie würde die Welt in zehn Jahren aussehen?

Dies ist zum Glück eine hypothetische Frage. Aber wenn tatsächlich Umweltschutz keine Rolle mehr spielen würde, könnte ich mir folgende Szenen vorstellen: In den Städten laufen alle Menschen mit Atemschutzmasken herum, weil die Luft schwarz vor dreckigen Diesel-, Benzin- und Industrieabgasen ist. An jedem abgelegenen Ort dieser Welt wird man weggeworfene Verpackungen von irgendwelchen Fast-Food-Ketten finden. Bienensummen kann man sich als Klingelton auf das Handy laden, aber ansonsten ist das ein unbekanntes Geräusch, und Schmetterlinge kennt man nur aus alten Tiersendungen im Fernsehen.

 Was ist Ihnen persönlich am Umweltschutz wichtig?

Wir müssen die Umwelt entlasten, damit unsere Kinder und Enkel noch eine Welt vorfinden, die ihnen Chancen zur Entwicklung bietet, und in der sie nicht nur die Folgen unseres Raubbaus an der Natur ausbaden müssen. Aber wir sollten auch zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wir können etwas bewirken, wenn wir gemeinsam handeln. In meiner Jugendzeit waren zum Beispiel Wald­sterben und Ozonloch beherrschende Themen. Davon spricht heute niemand mehr, weil sich große Verbesserungen ergeben haben. Erreicht wurde dies durch Verhaltensumstellungen von Menschen, durch gesetzliche Maßnahmen und durch Druck auf Politik und Industrie.

Warum ist Energiesparen trendy geworden?

Man muss sich schon an die Drei-Affen-Taktik – nichts sehen, nichts hören, nichts sagen – halten, um nicht zu erkennen, dass wir so, wie in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht mehr weiter mit unserer Erde umgehen können. Deshalb ist es schlicht ein Akt der ökologischen und finanziellen Vernunft, sich in irgendeiner Weise für die Umwelt zu engagieren. Dies gilt insbesondere für junge Menschen, die noch fast ihr ganzes Leben vor sich haben. Ob das Thema wirklich „trendy“ ist, da habe ich noch meine Zweifel. Ich würde mir wünschen, dass das Thema noch stärker zu einem Trendsetter wird, sowohl bei Jungen als auch bei Alten.

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