Göppingen Umbau in den Barbarossa-Thermen

Göppingen / Von Axel Raisch 01.06.2018
Die Badearena der Barbarossa-Thermen werden seit zwei Monaten grundlegend saniert. Die Arbeiten liegen im Kosten- und Zeitplan.

Die Barbarossa-Thermen der Stadtwerke Göppingen werden derzeit grundlegend saniert, modernisiert und optisch aufgewertet. Die Arbeiten liegen nicht nur voll im Kosten-, sondern auch im höchst ambitionierten Zeitplan.

Wenn im Göppinger Stadtbad derzeit Wasser fließt, verspricht das nicht den dort üblichen Badespaß, sondern bedeutet Gefahr für Leib und Leben. Mit 2000 Bar Wasserdruck wird der dort verbaute und inzwischen marode Beton bearbeitet. Zum Vergleich: Ein Wasserwerfer arbeitet im Maximalfall mit gerade einmal einem Prozent dieses Drucks. Ein Sicherheitskoordinator sowie eine genau abgestimmte Kommunikation sorgen dennoch für einen reibungslosen und unfallfreien Ablauf. Zudem sind die Laufwege der 25 bis 40 Arbeiter aus derzeit fünf verschiedenen Firmen exakt vorgegeben und in kritischen Bereichen sogar vor Ort genehmigungspflichtig. Zur Abstimmung der genauen Taktung trägt auch ein wöchentliches Jour fixe unter Leitung von Dr. Martin Bernhart bei, Leiter der Stadtwerke Göppingen. Das Erscheinungsbild ändere sich von Woche zu Woche, berichtet er jüngst bei einem Gang über die Baustelle kurz vor einer Reise nach Berlin. Auch wenn es nicht Ziel seiner Reise ist: Dort könnte man ihn wahrscheinlich als Entwicklungshelfer für den Hauptstadt-Flughafen gut gebrauchen. Denn nicht nur der enge Zeitplan von April bis September wird voraussichtlich eingehalten, Bauabschnitt I liegt auch voll im Kostenplan in Höhe von 11,4 Millionen Euro.

Stadtwerke-Chef Dr. Bernhart hält eisern an der Zeitschiene fest. Alle Arbeitsschritte müssen daher nahtlos ineinandergreifen. Das heißt auch, dass in einem Teil bereits Neues geschaffen wird, während in einem anderen Teil noch Abrissarbeiten erfolgen. So wird beispielsweise derzeit die Decke der neuen Galerie gegossen. Damit danach der Rest-Abriss der alten Tribüne erfolgen kann. Hintergrund: Die bis zu fünf Meter langen und entsprechend schweren Betonbrocken der Tribüne würden die Kellerdecke beim Aufprall durchschlagen. So werden sie lediglich zwei Meter weit in die Tiefe auf die neue Galerie fallen. Dort sollen sie dann mit Autoreifen abgefangen werden. Das Ziel all dieser Arbeiten ist klar und unaufschiebbar: Am 10. September muss geöffnet werden. Denn dann sind die Sommerferien vorbei, und es werden wieder Schüler ins Bad strömen. Becken und Sanitärbereich müssen dann voll funktionstüchtig in Betrieb sein. Bislang gab es keine besonderen Vorkommnisse oder Probleme. Das ist auch wichtig. Denn: „Es gibt keine Exitstrategie“, erklärt Dr. Bernhart. Ein Zeitpuffer existierte nie, seit vor neun Wochen mit den Bauarbeiten begonnen wurde. Einzige Notfallkarte, die noch gezogen werden könnte, wäre die Sonntagsarbeit. Ansonsten ist alles ausgereizt. Die beteiligten Firmen versicherten, trotz Ferienzeit durchzuarbeiten. Brückentage sind grundsätzlich Arbeitstage und auch die Samstage werden von den beteiligten Arbeitern im Göppinger Schwimmbad verbracht, denn Überstunden sind aufgrund der körperlichen Schwerstarbeit nicht möglich.

Dank spricht Dr. Martin Bernhart neben den am Bau Beteiligten auch den Nachbarn der Baustelle für deren Verständnis und kooperatives Verhalten aus.

In der kommenden Woche wird das Provisorium für den Umkleidebereich eingerichtet. Der Umkleidebereich befindet sich dann in Containern auf dem Parkplatz des Bades und wird über einen wärmegedämmten Gang ins Gebäude geführt. Dieses Provisorium wird über den 10. September bis zum Abschluss aller Arbeiten bestehen. Daneben laufen derzeit die Arbeiten zur Installation des kathodischen Korrosionsschutzes für die bestehende Armierung des Betonskeletts der Schwimmbecken. Danach werden das große und kleine Edelstahl-Becken eingebaut. Die Schienen für deren Befestigung werden in dieser Woche eingebracht. Die Fliesenarbeiten sollen im August erfolgen.

Wer Entspannung sucht, kann übrigens dennoch in die Barbarossa-Thermen: Saunawelt und Wellness-Oase bleiben von den Bauarbeiten unberührt und haben grundsätzlich geöffnet.

In der Zeit vom 11. bis 20. Juni bleibt jedoch das ganze Haus wegen Revisionsarbeiten geschlossen.

Umbau in den Barbarossa-Thermen

Bauplanung Barbarossa-Thermen oder Maientag: Wer hat die Lufthoheit am Schockensee? Es wurde exakt von Experten geprüft, ob der Ausleger des Baukrans bei den Barbarossa-Thermen mit dem Riesenrad vor der EWS-Arena kollidieren könnte. Entwarnung: Dies wird nicht der Fall sein, obwohl sich die Luftwege theoretisch kreuzen würden. Die Lösung war ein hochklappbarer Kran, der sich für das Riesenrad schlank machen kann und nun am Bau eingesetzt wird.

Fortschritt Der wöchentliche Baufortschritt ist unter der Adresse barbarossa-thermen.de/badearena.html dokumentiert.

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