Basketball: Ulm wie eine Dampfwalze zum Sieg Nummer 17

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Raymar Morgan (hinten) und Chris Babb (rechts) hatten einen großen Anteil am Ulmer Sieg gegen Aufsteiger Jena.  Foto: 

Ein geflügelter Satz bei den Basketballern lautet: „Der hat ja vom Parkplatz getroffen.“ Nun haben 6200 Zuschauer in der ausverkauften Ratiopharm-Arena gesehen,  dass Chris Babb nicht auf dem Parkplatz war, sondern mitgespielt hat. Aber wie der Amerikaner beim 114:83 (63:34)-Erfolg gegen Science City Jena  seine acht Dreier (bei 12 Versuchen) versenkt hatte, das alleine war schon das Eintrittsgeld wert. Mal im Fallen, mal mit Ansage aus dem Dribbling, er hätte wohl auch die Augen zumachen können, der Ball wäre selbst „vom Parkplatz“ noch durch den Ring gerauscht.

Babbs Dreier waren bei dem 17. Erfolg in Serie in der Basketball-Bundesliga  nur ein Highlight in der Begegnung gegen den Aufsteiger aus Thüringen, bei dem einige Leistungsträger nicht mit von der Partie oder angeschlagen waren. Erneut ohne Spielmacher Per Günther, der dafür das Spiel bei Telekombasketball live mitkommentierte, legten die Ratiopharm-Korbjäger von der ersten Sekunde an los wie die Feuerwehr, wie eine Dampfwalze – und ließen einen zunächst regelrecht orientierungslosen Gegner zurück. Morgan, Braun, Morgan, Morgan, Babb, ruckzuck lagen die Gäste mit 2:11 zurück. Für Jenas Trainer Björn Harmsen allerhöchste Zeit, die erste Auszeit zu nehmen nach rund zweieinhalb Minuten.

Was er seiner Mannschaft gesagt hat, bleibt sein Geheimnis. Geändert hat das jedenfalls nichts. Ulm weiter wie entfesselt. Ob aus  der Distanz, ob aus dem Mittel- oder Nahbereich, ob als Resultat herrlicher Zuspiele oder als kurzes, knackiges Solo – fast jeder Wurf  landete im Korb. Jena  hatte null Zugriff aufs Geschehen, vertändelte den Ball, versuchte sich erfolglos mit riskanten Pässen aus der Umklammerung zu lösen. Was dann nicht selten als Vorlage für den nächsten Ulmer Konter diente.

Nach  fünf Minuten musste Harmsen die zweite Auszeit nehmen (mehr gibt es nicht in der ersten Halbzeit), was jedoch ebenfalls nicht fruchtete und den Ulmer Rhythmus nicht brechen konnte. Außer, dass Ulm in diesen 60 Sekunden eben keine Punkte erzielte. Alleine das war jedoch schon Erholung pur. Nach der Partie musste ein angesichts des Ergebnisses noch durchaus gefasster Harmsen zugeben, dass er in diesem Moment nur eines gedacht hatte: „Scheiße. Was passiert hier gerade.“

Und es ging zunächst munter weiter.  Die Ulmer Mannschaft ließ in ihren Offensivbemühungen nicht nach und zeigte damit eine erstklassige Reaktion auf die Heimniederlage gegen den FC Bayern im Eurocup. Und das mit weiterhin angeschlagenem Personal.  Neben Günther und Ohlbrecht waren weitere Spieler zum Rückrundenauftakt durch Infekte geschwächt, auch Karsten Tadda und Augustine Rubit.

In Bestform präsentierte sich wieder Raymar Morgan, der sich mit Babb (stellte mit den acht Dreiern einen persönlichen Rekord im Ulmer Trikot auf)  fast ein Duell um die meisten Punkte lieferte, bis Leibenath dem äußerst fruchtbaren Treiben beider durch eine Auswechslung beider wenige Minuten vor der Schlusssirene ein Ende bereitete. Morgan erzielte 34 Punkte und blieb damit drei hinter seinem BBL-Rekord, den er vor etwas mehr als zwei Jahren noch im Göttinger Trikot  gegen Bamberg aufgestellt hatte. Das Team scheint bereit für die erste Auswärtspartie in der Top-16-Eurocuprunde am Mittwoch in Panevezys. 

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