Ausstellung zum Friseur-Handwerk

Heinz Zopf präsentiert in Neu-Ulm auf 800 Quadratmetern eine umfassende Ausstellung zum Friseur-Handwerk. Im Laufe der Jahre hat er an die 10 000 Exponate zusammen getragen.

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    Willkommen im historischen Herrensalon! Hier ließen sich die Männer Haare und Bärte scheren. Keine Angst, Heinz Zopf schneidet sich hier nicht selbst den Bart. Foto: 
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    Sieht das nicht aus wie aus seinem frühen Science-Fiction-Film? Anita Planer vom Orange Hotel sitzt unter einem Haartrockner. Foto: 
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    Nicht nur alte Zöpfe, sondern auch moderne Perücken sind im Friseurmuseum zu sehen. Foto: 
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Wer so heißt, der muss so ein Museum eröffnen! Heinz Zopf hat sich schon seit 2013 in den Räumlichkeiten auf dem Gelände des Orange Hotels in der Dieselstraße in Neu-Ulm eingerichtet, dort ein kleines, feines Spartenmuseum eröffnet und es inzwischen an Harald Gloning übergeben, den Geschäftsführer der Deutschen Friseur-Akademie. Jetzt ist  „Herr Zopf’s Friseurmuseum“, um das er sich immer noch tagtäglich kümmert, deutlich gewachsen – von 300 auf 600 Quadratmeter. Und: Es gibt ab sofort regelmäßige Öffnungszeiten.

Heinz Zopf, 75 Jahre alt, ist jemand, der seine Leidenschaft lebt, der aber auch weiß, wie alt er geworden ist. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, sagt er. Und so war es ihm überaus wichtig, dass es mit seinem Museum irgendwie weitergeht. So wie es im Moment läuft, sieht es so aus, dass dem Museum eine gute Zukunft beschieden ist. Damit ist er rundum zufrieden. Denn: Eine Berufsakademie, in der Friseure den Meisterbrief erwerben und sich mannigfaltig weiterbilden können, und ein Fachmuseum passen ideal zusammen.

In den 60er Jahren hatte er selbst den Friseur-Beruf erlernt, um gleich im Anschluss eine Laufbahn als Lehrer einzuschlagen, unter anderem an der Berufsschule in Eckerförde. Dort hat er Friseur-Lehrlinge unterrichtet. Wer unterrichtet, muss dafür sorgen, dass seine Schüler etwas begreifen. Und das hat Zopf wörtlich genommen und angefangen, Gegenstände rund ums Friseur-Handwerk zusammenzutragen – nicht nur Scheren, Messer und Kämme, sondern vieles mehr. Diese Gegenstände hat Zopf zum Anfassen in den Unterricht eingebaut. Bald hatte ihn die Sammelleidenschaft vollends gepackt. Die privaten Räumen wurden zu klein, und so entstand in Eckernförde ums Jahr 2000 herum auch das Friseurmuseum. Die Exponate hat er auf Flohmärkten und in Antikhäusern erworben. Immer auf der Suche tummelte er sich in vielen europäischen Ländern und in den USA. In den Jahren 2012 und 2013 ist er dann mit den vielen Utensilien und mit seiner Ehefrau nach Neu-Ulm gezogen.

Haarbilder und Haartrockner

Wer Zopfs kleines Reich im zweiten Geschoss des rückwärtigen Gebäudes betritt, wird sofort in Beschlag genommen, tritt eine Reise in die europäische Geschichte an. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Neuzeit, also die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Aus dem Jahr 1568 stammt ein Waschplatz, den Zopf originalgetreu aufgebaut hat – wie auch die Szenen und die Friseur-Salons aus den 20er oder 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit futuristisch anmutenden Geräten, die sich als Haartrockner erweisen.  In den Regalen stehen Bücher, an den Wänden hängen Zeichnungen und Fotografien, aber auch Kästchen, so genannte Haarbilder aus der Biedermeier-Zeit. Diese waren bis zur Erfindung der Fotografie ein beliebter Wandschmuck, mit dem an Taufen, Hochzeiten aber auch an den Tod erinnert wurde.

Wer Heinz Zopf zuhört, erfährt mit jedem Wort die überaus große Wertschätzung für den Berufsstand. Friseure, Barbiere oder Bader seien bis hinein ins Mittelalter auch immer medizinisch gebildet gewesen. Sie  hätten Zähne gezogen und zu Ader gelassen, was seinerzeit Wissensstand der Medizin gewesen sei. Der Friseur-Beruf sei inzwischen auch ein „Zuverdienst-Beruf“ geworden. Das sei bitter. Das bedeutet: Wer sich nicht qualifiziert oder spezialisiert, wird von einer Anstellung auf Dauer alleine kaum leben können.

Info Herr Zopf’s Friseurmuseum in der Dieselstraße 4 in Neu-Ulm ist von Montag bis Freitag zwischen 11 und 14 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung unter der Telefonummer (0731) 378 46 57 22. Der Eintriff kostet 7,50 Euro für Erwachsen und 2,50 Euro für Jugendliche.

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