Junge Ulmer Bühne zeigt die totale Vermarktung des Menschen

Am Mittwoch feiert das Stück „Retten, was zu retten ist!“ der Jungen Ulmer Bühne Premiere.

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Die perfekte Familie. Oder doch nicht?  Foto: 

„Ich will euch strahlen sehen!“, weist Regisseur Sven Wisser seine Schauspieler auf der Bühne an. Dort stehen, artig aufgereiht, Vater, Mutter, Tochter und Sohn. Eine perfekte Familie. Oder doch nicht?

Alte Werbeclips neu aufgenommen

„Retten, was zu retten ist“ heißt das neue Theaterstück der Jungen Ulmer Bühne (JUB). Es ist eine deutsche Erstaufführung, Premiere ist am kommenden Mittwoch im Alten Theater. Es handelt von vier Menschen, die seit 15 Jahren für die Werbung eine perfekte Familie spielen. Zum runden Geburtstag sollen auch einige alte Werbeclips wieder neu aufgenommen werden. Dabei fällt es den einzelnen Darstellern zunehmend schwer, zwischen Werbung und echtem Leben zu unterscheiden. Und als die Tochter ihren Freund in die Familie bringt, wird es turbulent. „Hinter den Kulissen stecken echte Menschen, die verlernt haben zu leben, denn die totale Vermarktung hat sich auf ihr ganzes Leben ausgeweitet“, sagt der Schweizer Autor des Stückes Philippe Heule.

Ein Gefühl, dass auch Jugendliche kennen. „Auf Instagram sehen alle gleich aus, alles ist perfekt und schön. Es gibt kaum noch Individualisten“, sagt Schauspieler Markus Hummel, der den Sohn verkörpert. Das Stück ist ab 14 Jahren freigegeben, aber Wisser will alle Altersklassen ansprechen: „Es geht auch um die Frage: Wann bin ich echt? Ist es in den sozialen Netzwerken oder doch im Kreis der Familie?“

Die perfekte Werbefamilie setzt sich durch Übertreibungen in Szene: Sie strahlen zu viel, sie tragen zu knallige Kleidung. „So funktioniert Werbung“, sagt Wisser. Der Vater wird von Jörg Zenker gespielt, die Tochter von Julia Ebert, der Freund der Tochter von Dirk Linke und die Mutter von Sina Baajour. Was ist Realität? Was ist Fiktion? Die Figuren verlieren den Überblick – und das soll auf der Zuschauer.

Info: Die Premiere ist am Mittwoch, 18. Oktober, 20 Uhr. Karten unter www.jub-ulm.de oder Telefon 0731/382040. Vorverkauf bei traffiti.
Bereits am Sonntag, 15 Uhr, feiert das Kinderstück „Grüffelo“ im ausverkauften Alten Theater Premiere.

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