Friedrich-List-Schule: Erweiterungsbau eingeweiht

In Betrieb ist er schon, jetzt ist er auch offiziell eingeweiht: Der Neubau der Friedrich-List-Schule hat viel Platz und ist modern ausgestattet.

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Ein Baum zur Erinnerung, gepflanzt von Gunter Czisch, Jörg Aldinger, Siegfried Groß und Markus Pfeil (von links).  Foto: 

Schule ist ein Stück Lebensraum, in dem junge Menschen den ganzen Tag verbringen.“ Sagt Gunter Czisch – und dass er froh ist über jede fertige Baustelle in der Stadt. Wie die Friedrich-List-Schule: Damit die Berufsschüler unter guten Voraussetzungen lernen können, ist seit Anfang dieses Schuljahres der neueste Erweiterungsbau in Betrieb. Am Donnerstag hat die Schule ihn mit großem Aufgebot offiziell eingeweiht.

Der knapp 13 Millionen Euro teure Neubau nach Passivhausstandard war nötig geworden, weil das berufliche Gymnasium so beliebt ist, dass der Raumbedarf steigt: Mehr als 3000 Schüler lernen dort, rund zwei Drittel kommen von außerhalb. Für sie und ihre Lehrer gibt es jetzt fast 5000 Quadratmeter Neufläche. Sie sind im Zentrum des Schulgebäudes und dreigeschossig entlang der Greifengasse entstanden. Das am Kornhausplatz anschließende Gebäude hat ein zusätzliches Geschoss bekommen.

Ruheräume und Mediathek

Es sei natürlich nicht ganz einfach gewesen, das neue Gebäude in den Bestand einzufügen, erzählt Schulleiter Markus Pfeil. So neigt sich manches Stück der langen Flure in verschiedenen Winkeln, so entstand hier ein Raum ohne Fenster, der künftig als Computerzimmer dient, und dort in einer übrig gebliebenen Ecke im Obergeschoss ein Ruheraum für Lehrer, mit hochwandigen Sofas und Teeküche. Damit die sich nicht nur erholen, sondern auch konzentriert arbeiten können, gibt es neben einem großen Besprechungsraum mit Mediathek auch ein Arbeitszimmer mit Rechnern. Denn: „Wir wollen, dass Lehrer nicht mehr nur zu Hause, sondern an der Schule arbeiten“, erklärt Gerhard Semler, Leiter der Abteilung Bildung und Sport bei der Stadt.

Die Schule ist komplett vernetzt und laut Semler mit modernsten Rechnern ausgestattet, in den neu eingerichteten naturwissenschaftlichen Räumen gibt es Whiteboards – „das ist ein großes Tablet, das an der Wand hängt“, erklärt Pfeil auf einem Rundgang durchs Haus. „Hier vor Ort muss Schule, Lernen und Unterricht stattfinden“, sagt er. „Nur virtuell hilft uns nichts.“ Eine riesige Dachterrasse ist offizielle Pausenfläche für die Schüler.

Es hätte auch ganz anders kommen können: Die Stadt hatte geprüft, ob es nicht wirtschaftlicher wäre, die Schule abzureißen und an anderer Stelle ganz neu zu bauen. War es letztlich nicht – und so fiel die Aufgabe, alle und alles unter ein Dach zu bringen, an den Stuttgarter Architekten Jörg Aldinger und sein Büro. Er hat sich mehr als vier Jahre lang mit dem Projekt befasst, erzählt er am Donnerstag, und sich intensiv mit der Ulmer Innenstadt auseinandergesetzt.

Sanierung des Hauptgebäudes

Dabei habe er insbesondere drei Merkmale ausgemacht: die mittelalterliche Enge, die Vielfalt der Baustile und vor allem die geneigten Dächer. „Der Integrationsgedanke der Schule in die Stadt war für uns tragend“, sagt Aldinger. Weshalb es eben kein Flachdach sein sollte – was heutzutage nicht selbstverständlich sei. „Aber der Ort Ulm war stärker als die architektonischen Vorlieben.“ Die Erweiterung ist abgeschlossen, eine Atempause für die Schule gibt es aber nicht: Als nächstes steht die Sanierung des Hauptgebäudes an, die Planung soll dieses Jahr beginnen.

Ebenfalls neu ist der Innenhof. Dort wurde in einer abgesenkten, strahlend blauen Fläche ein Baum gepflanzt: für den im vergangenen Jahr verstorbenen Roland Landherr. Er war selbst erst Schüler, später Lehrer an der List-Schule, auch seine Kinder besuchten die Schule. Schulleiter Markus Pfeil: „Das war sein Leben, sein Lebenstraum.“

Kaufleute 1909 Eröffnung einer städtischen Handelsschule als selbstständige Berufsschule für kaufmännische Lehrlinge. Unterricht zunächst in einfachen Baracken am Blauring. 1932 dann Verlegung in das alte Spital an der Adlerbastei, 1944 Zerstörung beim Luftangriff vom 17. Dezember. 1952 Baubeginn des heutigen „Altbaus“. 1953 beschließt der Gemeinderat einstimmig, die Schule nach dem Nationalökonom Friedrich List, der 1810-1811 in Ulm wirkte, zu benennen. 2003 Erweiterungsbau Hoheschulgasse.

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