Täter soll zwei Frauen an einem Tag vergewaltigt haben

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Wegen zweifacher Vergewaltigung muss sich ein 37-Jähriger aus dem Alb-Donau-Kreis demnächst vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Ulm verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem aus Mazedonien stammenden Mann vor, am 9. Oktober vergangenen Jahres in der Nähe von Ulm zwei Frauen vergewaltigt zu haben. Der Verdächtige, laut Staatsanwaltschaft ein verheirateter Familienvater, bestreitet die Taten.

Das erste Opfer war eine ausländische Studentin, die am frühen Morgen des 9. Oktober in der Ulmer Innenstadt auf ein Taxi wartete. Obwohl der Wagen bereits bestellt war, stieg sie zu dem Fremden ins Auto, der ihr angeblich eine Mitfahrgelegenheit anbot. Doch der Mann fuhr mit der arglosen Frau an einen abgelegenen Ort außerhalb der Stadt.

Dort schlug der Verdächtige nach den Erkenntnissen der Ermittler auf die junge Frau ein, um sie gefügig zu machen, dann habe er die Studentin auf der Rückbank des Autos vergewaltigt. Nach wenigen Minuten soll er von seinem Opfer abgelassen haben und mit ihr wieder zurück nach Ulm gefahren sein.

Ähnlich spielte sich nach Darstellung der Staatsanwaltschaft die zweite Tat am Abend des selben Tages ab. Demnach bot der 37-Jährige in der Ulmer Weststadt einer am Straßenrand stehenden jungen Frau an, sie nach Hause zu fahren. Doch erneut fuhr der Beschuldigte zu einer abgelegenen Stelle und vergewaltigte sein Opfer. Anschließend brachte er die Frau, eine Deutsche, in die Stadt zurück.

Noch am 9. Oktober, einem Sonntag, nahmen Polizeibeamte den Verdächtigen fest. Beide Frauen waren nach der Tat zur Polizei gegangen und beschrieben den Täter. Eine hatte sich auch das Kennzeichen seines Autos gemerkt. Als die Beamten an der Wohnung des seit drei Jahren legal in Deutschland lebenden Mannes eintrafen, sei die Motorhaube seines Wagens noch warm gewesen, sagt Michael Bischofberger, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ulm. Seit seiner Festnahme sitzt der Beschuldigte in Untersuchungshaft, er weist aber die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Bischofberger zufolge ist der 37-Jährige bisher in Deutschland strafrechtlich nicht auffällig geworden. Der Vater mehrerer Kinder wohne im Alb-Donau-Kreis und sei bis zur Festnahme einer geregelten Arbeit nachgegangen.

Wohin der Täter mit ihnen gefahren war, wissen die Frauen nicht. „Wir können den Tatort nicht benennen“, räumt Bischofberger ein. Trotzdem ist die Staatsanwaltschaft sicher, genügend Beweise zu haben: die Aussagen der Opfer samt Täterbeschreibung, das Kennzeichen des Tatfahrzeugs und nicht zuletzt die DNA-Spuren, die an den Opfern und im Auto des Verdächtigen sichergestellt worden waren.

Aus welchem Grund die beiden Frauen zu einem ihnen unbekannten Mann ins Auto gestiegen waren, dazu möchte Oberstaatsanwalt Bischofberger nichts sagen. Ebenso hält er sich mit Angaben zu den Opfern zurück. Die Umstände der Taten werden Gegenstand der Hauptverhandlung vor dem Ulmer Landgericht sein, sagt er. Wann der Prozess stattfindet, steht noch nicht fest. Bischofberger geht aber von einem Beginn des Verfahrens innerhalb weniger Wochen aus.

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