Berghülen: Zwei Autofahrer bei Unfall tödlich verunglückt

Ein 40-jähriger und ein 60-jähriger Mann sind gestern bei einem Zusammenprall bei Berghülen gestorben. Wieder war ein getunter Mercedes  beteiligt.

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Erneut hat sich auf den Straßen der Region ein Verkehrsunfall mit schlimmen Folgen ereignet: Nach dem Unglück am Sonntag bei Amstetten mit zwei Toten und zwei Verletzen sind gestern bei einem Zusammenstoß bei Berghülen zwei Autofahrer gestorben. Eine Fahrerin wurde verletzt und kam ins Krankenhaus.

Nach den Ermittlungen der Polizei war eine 23-jährige Polo-Fahrerin gegen 6.30 Uhr von Berghülen kommend auf die vorfahrtsberechtigte Landesstraße 1230 eingebogen. Aus Richtung Blaubeuren näherte sich ein Mercedes. Es kam zum Zusammenstoß, der Mercedes schleuderte auf die Gegenfahrbahn und prallte 80 Meter weiter gegen einen entgegenkommenden Skoda. Diese beiden Fahrzeuge wurden erheblich deformiert.

Der 40-jährige Fahrer des Mercedes starb in seinem Fahrzeug. Der 60-jährige Skoda-Fahrer hatte sich noch selbst aus seinem Wagen befreien können, er war allerdings so schwer verletzt, dass er wenig später im Rettungswagen starb.

Zur genauen Unfallursache machte die Polizei gestern noch keine Angaben. Bei dem Fahrzeug des 40-Jährigen mit Memminger Kennzeichen handelte es sich – wie bei dem Unfall am Sonntag – um die sportliche AMG-Variante eines Mercedes. Allein wegen des Fahrzeugtyps will die Polizei nicht auf ein erhöhtes Tempo schließen. „Zur Geschwindigkeit kann man noch gar nichts sagen“, berichtete gestern Uwe Krause von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm. Ein Sachverständiger habe die Unfallstelle unter die Lupe genommen, eine erste Einschätzung werde es frühestens in den nächsten Tagen geben.

Nach Eingang der Unfallmeldung eilten sofort Notärzte und Rettungsteams des ASB und DRK aus Merklingen und Blaubeuren auf die L 1230. Wenig später, bei Tagesanbruch, kam das Team des Ulmer Rettungshubschraubers hinzu. Weil die Unfallstelle zunächst nicht ganz klar gewesen war, wurden nicht die nächstgelegenen Feuerwehren Berghülen und Blaubeuren alarmiert, sondern die Feuerwehren aus Machtolsheim und Laichingen. Sie unterstützten den Rettungsdienst, beleuchteten die Unfallstelle und sperrten diese ab.

Bei einem der Verunglückten handelt es sich um einen ehemaligen Feuerwehrangehörigen. Einige der Helfer, die ihn kannten, wurden abgelöst. Die Feuerwehr Berghülen wurde hinzugezogen. Einsatzkräfte wurden von einem speziell geschulten Notfallseelsorger betreut, auch zwei weitere Mitarbeiter der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau und der Leiter des DRK-Notfallnachsorgedienstes waren im Einsatz.

Für die Rettungs- und Aufräumarbeiten war die Landesstraße 1230 zwischen Blaubeuren und Machtolsheim bis 11.20 Uhr gesperrt. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 90 000 Euro. Sie sucht Zeugen, die Angaben zu dem Unfallhergang machen können: Hinweise an das Verkehrskommissariat in Mühlhausen.

Tuning-Treffen Nach dem Unfall am Sonntag bei Amstetten mit zwei Toten und zwei Verletzten gibt es Hinweise, dass der Fahrer des Mercedes-AMG, einer getunten Variante, und die drei Insassen von einem  Tuning-Teffen kamen. Geprüft werden auch Anhaltspunkte, wonach der Sportwagen auf der Strecke mit mehreren Fahrzeugen in einer Kolonne unterwegs war. 

Ermittlungen Das Polizeipräsidium Ulm äußert sich derzeit dazu nicht, da noch die Ermittlungen zu dem schweren Unfall laufen. „Wir gehen jedem Hinweis nach“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Bei dem 27-jährigen Fahrer aus Ulm, der tödlich verunglückten, 24-jährigen Beifahrerin aus dem Raum Stuttgart, dem ebenfalls gestorbenen 15-Jährigen aus Biberach und dem lebensgefährlich verletzten 16-Jährigen aus dem Alb-Donau-Kreis handle es sich um „Bekannte“. Der 16-Jährige befinde sich nach wie vor „in ärztlicher Obhut“.  lai

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Kommentare

16.10.2017 11:47 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „wieder war ein getunter Mercedes beteiligt””

Herr Schlösser, das ist schon ein wenig kurz gedacht, wenn man nun anfängt wer braucht schon das? Sowas könnte man endlos weiterführen. Wer braucht schon eine Zeitung, Fernseher, wer braucht schon ein Auto mit 50PS. Und auch wenn ich mir sowas nie leisten kann, käme ich nicht auf die Idee, wie viele hier, zu bestimmen wollen ob man es nun braucht oder nicht. Und wenn ich hier lese, und wieder war ein getunter Mercedes dabei, ist das negative Meinungsmache, die mit der Unfall nix zu tun hat. Vorallem wenn ein Polo mit Wahrscheinlich 40PS den Unfall verursacht hat. Und vielleicht, mit 540PS nicht passiert wäre, weil sie von der Stelle gekommen wäre.
Nur was ärgerlich ist, wenn Leute immer wieder meinen andere bevormunden zu wollen. (Die Grünen können das ja besondes gut).
Viel schlimmer ist, und da drücke ich mein Beileid aus, den Angehörigen der Verstorbenen.

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16.10.2017 10:47 Uhr

Antwort auf „wieder war ein getunter Mercedes beteiligt”

Wenn ich so was schon lese: Sich aufgrund seines gerinen Einkommens so einen Wagen nicht leisten können. Lieber Schreiberling die Mehrheit der Leser hier wird sich so einen Wagen nicht leisten können. Andrerseits wer braucht schon so eine Protzkarre in einem Land in dem Leute noch am Existenzminimum leben müssen. Sich über diese Personen lustig zu machen finde ich einfach nur arm, geistig sehr arm.Es gibt wichtigeres im Leben als mit so teuren Autos auf der Straße den Protzer rauszuhängen.

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13.10.2017 19:02 Uhr

Antwort auf „wieder war ein getunter Mercedes beteiligt”

Ja nun, jetzt geht es den AMG-Fahrern halt wie den Geflüchteten. Es braucht nur einen geringfügigen Anlass, und schon ist die komplette Gruppe pauschal verdammt. Schon blöd, wenn man das plötzlich selber abkriegt, oder? Tja.

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13.10.2017 11:28 Uhr

Antwort auf „wieder war ein getunter Mercedes beteiligt”

Nun, lieber Provinzkommentator Brunner, ohne Beleidiungen und Pöbeleien kommen Sie offensichtlich grundsätzlich nicht aus. Aber das macht ja nichts, so sind Sie halt.

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13.10.2017 06:09 Uhr

wieder war ein getunter Mercedes beteiligt

Nun, lieber Provinzschreiberling, der vermutlich auf Grund seines geringen Einkommens nicht in der Lage sein wird, sich jemals so ein Auto zu leisten - hat das in dem Zusammenhang irgend eine Bedeutung zu erwähnen?

Der Fahrer der Mercedes war nach jetzigem Stand der Ermittlungen unschuldig und starb weil eine 23jährige Fahrerin ihm die Vorfahrt genommen hat. Und dann ist es relativ egal ob das in der 156 PS Basisversion oder 510 PS AMG Version war.

In letzter Zeit häufen sich dämliche Artikel in der SWP....

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12.10.2017 19:39 Uhr

Das war zu erwarten …

… und wird nicht das letzte Mal sein.
Die Strecke Blaubeuren/Hessenhöfe bis Machtolsheim hat sich mit den Jahren immer mehr zur Rennstrecke entwickelt. Noch extremer ist dies auf der Strecke Heroldstadt/Umfahrung Laichingen/Merklingen. Zur und ab der Autobahnausfahrt Merklingen wird gerast ohne Ende. Läst man sich auf der Strecke von Berghülen nach Blaubeuren nötigen 100 zu fahren ist man trotzdem ein Verkehrhindernis, 140 müssen sein inklusive waghalsiger Überholmanöver. Das gerade sich an dieser Stelle nun ein Unfall ereignet verwundert zumindest mich überhaupt nicht: aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeiten der Fahrzeuge die von links aus Blaubeuren, rechts von Merklingen kommen ist das Auffahren auf die Landstraße grundsätzlich Risiko behaftet. Insbesondere wenn noch Fahrzeuge auf der Abbiegespur kommen können Fahrzeuge auch übersehen werden (siehe hierzu auch die Unfälle mit Motorrädern an der Stelle). Tempo 80 wäre dringend geboten – halten wird sich daran aber kaum einer.

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