Derzeit blicken viele Türken nach Deutschland. Staatschef Recep Tayyip Erdogan höchstpersönlich warnte die Deutsch-Türken, nicht CDU, SPD oder Grüne zu wählen – das seien „Feinde der Türkei“. Gegen eine Stimmabgabe für die AfD hat Erdogan offenbar nichts einzuwenden.
Mit der Bundestagsresolution zum „Völkermord“ an den Armeniern begann Anfang Mai 2016 eine scheinbar unaufhaltsame Talfahrt in den deutsch-türkischen Beziehungen. Mit Erdogans Nazi-Vergleichen gegenüber Kanzlerin Angela Merkel, den Verhaftungen deutscher Staatsbürger in der Türkei und dem Vorwurf von Außenminister Sigmar Gabriel, Erdogan nehme Bundesbürger als „Geiseln“, ist eine neue Eskalationsstufe erreicht.
Jetzt scheint die Geduld der Kanzlerin endgültig erschöpft. Sie will die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Türkei zurückfahren. Das trifft einen wunden Punkt: Ankara ist auf Deutschland als größten Handelspartner und Investor angewiesen. Auch in den Beziehungen der Türkei zur EU spielt Berlin eine wichtige Rolle. Dass die Bundesregierung jetzt die Verhandlungen über eine Vertiefung der Zollunion blockiert, ist ein herber Rückschlag für Ankara. Außenminister Mevlüt Cavusoglu setzt darauf, dass sich nach der Wahl das Verhältnis wieder normalisiert. 
Und wie sieht es in anderen Ländern aus?
Frankreich
Für die Franzosen könnte alles so weitergehen wie bisher auch mit Angela Merkel als Kanzlerin. Mehr...
Polen
In Polen gilt Merkel trotz aller Kritik als beste Wahl. Die SPD ist vielen Politikern suspekt. Mehr...
Griechenland
In Griechenland geht es darum, der Finanzaufsicht zu entgehen. Die FDP wird da als störend empfunden. Mehr...
Russland
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