Kunsturnen  TSV Pfuhl: Trotz Niederlage ein Erfolg

„Wir sind unheimlich stolz“, sagt Linus Mikschl (hier am Pferd) nach seinem ersten Wettkampf in der Bundesliga. „Wir haben viel neues probiert – und es ist noch Luft nach oben.“

Nadine Vogt

Als Tomas Kuzmickas von der blauen Bodenmatte abtritt, reckt ein anderer die Fäuste in die Luft. Rolandas Zaksauskas jubelt. Und mit dem Trainer freuen sich sein Team und die vielen Zuschauer, die beim Bundesliga-Auftakt in der Halle sind. Kuzmickas holt für den TSV Pfuhl die ersten Punkte der Saison, die ersten drei im Oberhaus. In der Halle wird es laut.

Einen Sieg gegen die Gäste vom KTV Straubenhardt hat im Vorfeld niemand erwartet. Der bleibt am Ende mit 18:63-Punkten für den TSV Pfuhl auch aus. Und doch ist es ein besonderer Abend für die junge Mannschaft, dessen Verlauf auch der Trainer zufrieden stellt. „Wir wollten minimal 10 Punkte holen und haben maximal mit 20 gerechnet“, sagt der 40-Jährige. „18 ist also nicht schlecht.“ Die TSV Turner geben ihr Erstliga-Debüt vor einer ausverkauften Halle. „Das freut uns wirklich“, sagt Patrick Winter, der Vorsitzende des Vereins und blickt auf seine Uhr. Eine halbe Stunde vor Beginn – und die Zuschauerränge sind voll. „Das war so nicht zu erwarten.“

Mit dem Bodenturnen geht es los. Das Gerät, an dem sich das Team im Vorfeld die meisten Chancen ausgerechnet hat. Aus dem „kleinen Traum“ von Trainer Zaksauskas, das Gerät für sich zu entscheiden, wurde nichts. Nach Tomas Kuzmickas holt Florian Reindl zwei weitere Punkte. Dem gesundheitlich angeschlagenen Timo Rister und Alexander Kunz gelingt das nicht, sie sind zu unsicher. Bei Straubenhardt punkten Ivan Rittschik (5 Scorepunkte) und Tobias Radoi (3). Wenn auch knapp geht der Boden mit 8:5 an den KTV. Am Pferd (0:13) und an den Ringen (2:13) fallen die Entscheidungen deutlich für die Gäste aus. Ein Novum in der Pfuhler Halle zeigt KTV-Neuzugang Nick Klessing. Für seinen Abgang an den Ringen – ein Dreifach-Salto – gibt es anerkennenden Applaus und für die Übung fünf Scorepunkte.

Klessing zeigt Dreifach-Salto

Nach den ersten drei Geräten führt der Vizemeister der vergangenen Saison mit 27:7-Punkten. „Zweistellig wäre schön“, sagt Patrick Winter zur Pause und setzt auf den folgenden Durchgang. Am Sprung zeigt der Vizemeister seine Klasse und holte wiederum 12:0-Punkte. Doch auch die Straubenhardter machen Fehler, die insgesamt aber weniger ins Gewicht fallen. An Barren (4:9) und Reck (7:10) leisten die Pfuhler Kunstturner Gegenwehr. Am Reck gibt Leonard Goblirsch sein Debüt in der ersten Mannschaft. „Eine blitzblanke Übung“, kommentiert Linus Mikschl die Ausführung, für die sein Teamkollege eine Bewertung von 12,20 bekommt. Mit drei Scorepunkten geht das Duell aber doch an Rittschik. „Es war aufregend und auf jeden Fall besonders, vor so einem großen Publikum zu turnen“, sagt  der 17-Jährige Goblirsch. Zumal er seinen Abgang vor zwei Wochen erst eingeübt hat.

Auch KTV-Athlet und Nationalturner Andreas Bretschneider lässt es sich nicht nehmen, dem TSV ein „großes Kompliment“ auszusprechen. Für die Stimmung und die Nachwuchsarbeit, die in Pfuhl geleistet werde: „Das macht ihr richtig gut hier.“

Der Wettkampf auf einen Blick

Pfuhl – Straubenhardt 18:63
Boden 5:8 Punkte; Pferd 0:13; Ringe 2:11; Sprung 0:12; Barren 4:9; Reck 7:10

Topscorer: Tomas Kuzmickas 12 Punkte, Ivan Rittschik 12; Nils Dunkel 11