Ludwigsburg TRIP TIPP: Bilder eines verlorenen Paradieses

Die Bilder in Gouache-Technik des Malers Viktor Heideloff zeigen Ansichten vom Schlossgarten Hohenheim, der heute weitgehend verschwunden ist. Zu sehen sind sie im Ludwigsburger Schloss.
Die Bilder in Gouache-Technik des Malers Viktor Heideloff zeigen Ansichten vom Schlossgarten Hohenheim, der heute weitgehend verschwunden ist. Zu sehen sind sie im Ludwigsburger Schloss. © Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
Ludwigsburg / SWP 10.06.2016
Ein verlorenes Paradies, ein spielerisches Reich für den württembergischen Herzog: Der Maler Viktor Heideloff hielt in zarten Bildern den heute weitgehend verschwundenen Schlossgarten von Hohenheim fest.

Ab Freitag ist der Zyklus in einer Ausstellung in Schloss Ludwigsburg zu sehen. 43 Pinselzeichnungen vom Ende des 18. Jahrhunderts, gemalt in Gouache-Technik, lassen erahnen, welches Paradies sich Herzog Carl Eugen und seine zweite Frau Franziska in Hohenheim erschaffen hatten.

Herzog Carl Eugen von Württemberg (1728-1793) ließ ab 1772 rund um sein neues Schloss Hohenheim oberhalb von Stuttgart eine großzügige Gartenanlage anlegen. Zu diesem weiten Landschaftsgarten im damals modernen englischen Stil gehörte ab 1776 das sogenannte "Englische Dörfle" - knapp 60 kleinformatige Bauwerke.

"Die Architekturminiaturen blieben nicht lange nach dem Tod des Herzogs bestehen, sie wurden abgerissen, verkauft und versetzt - zum Teil auch in den Schlossgarten von Ludwigsburg", erklärt Konservatorin Dr. Patricia Peschel von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg. Die Nachfolger des Herzogs nutzten Schloss Hohenheim nur noch sporadisch, Friedrich (1754- 1816), ab 1806 erster König von Württemberg, hatte schließlich keine Verwendung mehr für die Anlage.

Allein die von Theatermaler Heideloff 1790 gefertigte Bilderserie mit den Ansichten der Architekturen zeugt heute noch von der Einzigartigkeit des "Englischen Dörfles". Insgesamt haben sich 43 Darstellungen der Serie erhalten. "Mit ihrer original erhaltenen Rahmung und Verglasung sind sie eines der wenigen Zeugnisse der Ausstattung von Schloss Hohenheim", erklärt Peschel den Bilderzyklus. Das Besondere der Ausstellung: Noch nie war die Serie seit der Zeit von Herzog Carl Eugen vollständig ausgestellt. In Ausstellungen und in den Räumen von Schloss Ludwigsburg waren die Blätter bislang immer nur teilweise zu sehen.

Info: Die Hohenheimer Gouachen Viktor Heideloffs sind bis 24. Juli im Hohenzollern-Appartement im Alten Hauptbau des Residenzschlosses Ludwigsburg zu sehen. Geöffnet ist täglich von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: Erwachsene 4 Euro, ermäßigt 2 Euro, Familienkarte 10 Euro.