London Traumfinale um Gold - Neuauflage Federer gegen Murray

Roger Federer will erneut in Wimbledon triumphieren. Foto: Andy Rain
Roger Federer will erneut in Wimbledon triumphieren. Foto: Andy Rain
Von Lars Reinefeld, dpa 04.08.2012
Eigentlich fristet das Tennis-Turnier bei Olympia meist ein Schattendasein, doch an diesem Sonntag ist alles anders. Roger Federer gegen Andy Murray - auf dieses Endspiel hat ganz Großbritannien seit Beginn der Sommerspiele gewartet.

Vier Wochen nach dem Finale von Wimbledon treffen Federer und Murray im traditionsreichen All England Lawn Tennis Club erneut aufeinander - es ist der Showdown eines hochklassigen und abwechslungsreichen olympischen Tennis-Events.

"Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass Olympia hier in Wimbledon stattfindet", sagte Federer, der Anfang Juli gegen Murray das wichtigste Rasen-Turnier der Welt zum siebten Mal gewonnen hatte. Jetzt hat er durch den Final-Einzug auch sein erstes olympisches Einzel-Edelmetall bereits sicher, doch das soll noch nicht alles sein. "Ich bin sehr erleichtert, aber mit Silber bin ich noch nicht zufrieden", sagte der Weltranglisten-Erste.

Gold soll her, nachdem Federer vor vier Jahren in Peking bereits im Doppel an der Seite von Stanislas Wawrinka triumphiert hatte. "Das war ein sehr emotionaler Moment", sagte Federer zurückblickend. Ein Einzel-Olympiasieg auf seinem Lieblings-Centre-Court würde dieses Gefühl aber sicherlich noch toppen.

Doch auch Murray ist heiß auf den ersten großen Sieg seiner Karriere. Als der Schotte am Freitag im Halbfinale gegen den Serben Novak Djokovic den Matchball verwandelt hatte, brandete unbeschreiblicher Jubel auf. Der altehrwürdige Centre Court erzitterte in seinen Grundfesten. "Ich habe auf der Tour schon viel erlebt, aber eine solche Stimmung wie hier habe ich noch nie mitgemacht", sagte Murray.

Ausgerechnet in Wimbledon, wo es sonst immer so ruhig und gesittet zugeht, erlebt das olympische Tennis seinen emotionalen Höhepunkt. Die Sympathien an diesem Sonntag werden geteilt sein. Hier der auf der Insel verehrte Federer, da Landsmann Murray. Ein besseres Finale hätte es nicht geben können.