Aspach Trainer Uwe Rapolder stellt sich bei SG Sonnenhof Großaspach vor

Gut gelaunt und voll Selbstvertrauen: Uwe Rapolder, der neue Trainer der SG Sonnenhof Großaspach.
Gut gelaunt und voll Selbstvertrauen: Uwe Rapolder, der neue Trainer der SG Sonnenhof Großaspach. © Foto: Alexander Becher
Aspach / CLAUS PFITZER 30.10.2014
Gut gelaunt, mit viel Selbstvertrauen, flotten Sprüchen und einer klaren Ansage stellte sich Uwe Rapolder als neuer Trainer des Fußball-Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach vor. Sein erstes Spiel absolviert er am Freitag gegen FSV Mainz 05 II.

Nach neun sieglosen Spielen und nur zwei Punkten in dieser Phase musste bei der SG Sonnenhof Großaspach etwas passieren. Die ungewöhnliche Lösung sieht, wie berichtet, so aus: Der 56-jährige Uwe Rapolder, einst in der Bundesliga (1. FC Köln) und der Zweiten Liga (Arminia Bielefeld, SV Waldhof Mannheim) tätig, übernimmt bis Saisonende den Trainerjob von Rüdiger Rehm, der sich auf seine Trainerausbildung in Köln konzentriert und dessen Vertrag ruht. Ab Juli 2015 soll Rehm dann wieder bei der SG Sonnenhof einsteigen. Egal in welcher Liga. Nach der Rückkehr von der 0:2-Niederlage in Osnabrück und auch schon auf der Rückfahrt habe man sich Gedanken gemacht und intensiver mit Trainer Rehm über die sportliche Situation geredet, berichtete SG-Sportchef Ioannis Koukoutrigas. "Auf ihm lag ein brutaler Druck. Wir haben dann die gemeinsame Entscheidung getroffen, den Vertrag ruhen zu lassen und eine Lösung gesucht", so Koukoutrigas. Die Lösung war naheliegend. Der aus Brackenheim-Hausen stammende Rapolder wohnt in Heilbronn, war seit der Trennung vom Karlsruher SC im März 2011 ohne Trainerjob und fünf Jahre lang Coach von Rehm. "Das ging blitzschnell. Über Geld haben wir keine 30 Sekunden geredet", erzählte der gut gelaunte Rapolder. "In der vergangenen Woche habe ich beim Polnischen Fußball-Verband einen Vortrag vor Erstliga-Trainern gehalten und anschließend auch eine Einheit auf dem Platz geleitet. Da habe ich gemerkt, dass ich noch immer Trainer bin", berichtete der 56-Jährige von seinen Erkenntnissen. Da sich die Fortführung seiner mittlerweile aufgebauten Geschäftszweige schnell regeln ließ, sagte Rapolder zu. "Außer Hoffenheim und RB Leipzig ist auch hier bei der SG Sonnenhof eine einmalige Erfolgsgeschichte mit nachhaltiger Arbeit entstanden. Wenn ich hier bin, treffe ich nur Freunde. Das erhöht natürlich auch den Druck, denn ich will niemand enttäuschen", so Rapolder, der nach einer ersten Trainingseinheit Positives berichten konnte: "Es macht Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich bin voll motiviert. Die Mannschaft ist willig und gut geführt. Wir müssen die Drucksituationen in den Griff kriegen und in den sieben Spielen bis Weihnachten punkten, um schnell ins Mittelfeld zu kommen." Dass ihm das gelingt, davon ist er überzeugt: "Ich habe viele Abstiegskämpfe bestritten und meine Mannschaften immer gerettet." Als Alibi für die Spieler sieht er sein Engagement nur bis Saisonende nicht. "Trainer auf Abruf und keine Autorität - vergessen sie's. Ich kriege das geregelt", ist er sicher. Eins wird ihm wohl verwehrt bleiben. "Ich wollte ja immer Trainer beim FC Bayern werden. Aber das wird jetzt langsam eng", gab er schmunzelnd zu. Mit dem Tiki-Taka seines Kollegen Pep Guardiola kann er wenig anfangen. "Lieber 48 Prozent Ballbesitz und vorne rein mit der Kugel", so der SG-Coach.

Wichtig war ihm, dass er sich mit seinem Vorgänger und designierten Nachfolger Rehm austauschen konnte. "Rüdiger hat sich bei mit bedankt, dass ich für ihn einspringe. Er war ja mein Spieler und kennt meine Philosophie. Der Sonnenhof hat so ähnlich gespielt und ist ja aufgestiegen", meinte er lachend.

Ernst wird es für ihn und seine neue Mannschaft an diesem Freitag um 19 Uhr im Heimspiel gegen den Mitaufsteiger 1. FSV Mainz 05 II. "Wir müssen einen Dreier holen, egal wie. Es wird eine Mannschaft auflaufen, die Vollgas gibt. Eine Mannschaft ist das Spiegelbild des Trainers. Man muss Aggressivität auch ein Stück weit vorleben", kündigt er aufregende 90 Minuten an. Allzu große Veränderungen plant er in seinem ersten Spiel nicht. Wieder zur Verfügung stehen allerdings die zuletzt gelb-rot gesperrten Michele Rizzi und Nico Jüllich.

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