Wechsel Trainer Terzi verlässt A-Junioren - Nachfolger Stefan Ledwig sagt schnell zu

Macht sich Notizen: Fatih Terzi beobachtet im Oktober das 0:3 seines Haller Teams gegen Rutesheim. Nun will sich Terzi auf seinen beruflichen Werdegang konzentrieren.
Macht sich Notizen: Fatih Terzi beobachtet im Oktober das 0:3 seines Haller Teams gegen Rutesheim. Nun will sich Terzi auf seinen beruflichen Werdegang konzentrieren. © Foto: Hartmut Ruffer
GUIDO SEYERLE 29.01.2016
Kaum da, schon wieder weg: Fatih Terzi wirkte gerade einmal drei Monate als Trainer der Haller A-Junioren. Am Montag informiert er das Verbandsklasse-Team. Einen Tag später wird Stefan Ledwig sein Nachfolger.

Als Rainer Graf am Montagabend seine E-Mails checkt, zuckt er zusammen. Fatih Terzi hat ihm geschrieben. Der Inhalt ist für den Jugend-Koordinator der Haller Sportfreunde schwere Kost: Terzi kann beruflich zusätzliche Verantwortung übernehmen. Er gibt seine Tätigkeit als Trainer der A-Junioren mit sofortiger Wirkung auf - und entschuldigt sich tags darauf bei der Mannschaft für diesen unerwarteten Schritt.

Am Samstag hatte Graf noch mit Terzi telefoniert und die Perspektive der Mannschaft besprochen. Hall hat zwei Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz in der A-Jugend-Verbandsklasse und begann in dieser Woche mit dem Training auf die Rückrunde. Der Kader wurde mit drei Neuzugängen (Innenverteidiger, Mittelfeld, Stürmer) auf 17 Feldspieler erhöht. Das Team kam mit den ruhigen, aber klaren Ansagen von Terzi gut zurecht.

Graf brauchte nicht lange zu suchen, bis er einen Nachfolger für Terzi fand: B-Lizenz-Inhaber Stefan Ledwig, bekannt auch von seinen früheren Tätigkeiten als Stützpunkttrainer Damen und der TSG-Frauen, hatte bereits vor Weihnachten ausgeholfen, als Not am Mann war. "Er ist etwas energischer und coacht von außen lauter", beschreibt ihn Graf. Ledwig soll auch im Falle eines Abstiegs in die Bezirksklasse weitermachen.

Graf ist allerdings auch klar, dass die Außenwirkung des erneuten Trainerwechsels verheerend ist. Die Häufigkeit der Trainerabgänge ist beispiellos: Nun versucht sich der sechste Trainer innerhalb von neun Monaten am Jugend-Flaggschiff der Haller Sportfreunde.

Terzi hatte sich in seiner Abschieds-E-Mail ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit bedankt. Spricht man mit anderen Ex-Trainern, ist von zwischenmenschlichen Spannungen die Rede. Sowohl im Umgang mit den Spielern wie auch den Verantwortlichen gab es des Öfteren Unstimmigkeiten. Namentlich genannt möchten die Ex-Trainer nicht werden.

Der Verein erwartet in der Fußball-Verbandsklasse von den 17- bis 18-Jährigen einiges. Sie müssen Schule oder Ausbildung mit dem Fußball unter einen Hut bringen. Das heißt dreimal Training unter der Woche und am Wochenende meist ein Spiel. "Darüber hinaus gibt es immer viele Einzelgespräche", berichtet Graf. "Es scheint so, als ob die Verbandsklasse für Leistungssport noch zu tief ist. In der Oberliga nimmt der Leistungsgedanke dann zu."

Sechster Trainer in neun Monaten

Juni 2014 Timo Kern schafft den Aufstieg in die Verbandsklasse, doch sein Vertrag wird nicht verlängert. Harald Klein übernimmt.

Mai 2015 Die abstiegsbedrohten Sportfreunde ziehen die Notbremse, Klein muss gehen. Thorsten Schift, Coach der Männer in der Verbandsliga, übernimmt für fünf Spiele und schafft den Klassenerhalt.

September 2015 Goran Dosenovic wirft nach zwei Monaten als Trainer hin. Begründung: zu große Belastung über den Beruf hinaus.

Oktober 2015 Nach vier Wochen hat Jürgen Höfer genug als Trainer. Er kommt mit einigen im Team nicht zurecht. Sein Nachfolger heißt Fathi Terzi.

Januar 2016 Terzi sieht eine zusätzliche berufliche Chance. Für ihn kommt Stefan Ledwig.

SWP