Die Schwäbische Alb ist eine faszinierende Tourismusdestination. Was viele Besucher der Alb nicht wissen: Sie darf sich seit 2015 mit dem Titel Unesco Global Geopark vermarkten und schmücken. Damit befindet sie sich im exklusiven Kreis von weltweit 147 Landschaften, die diese Marke tragen dürfen, weil ihr erdgeschichtliches Erbe herausragend ist. Die Schätze der Alb erlebbar zu machen, aber auch zu erklären und zu erhalten, ist Aufgabe des Unesco Global Geopark Schwäbische Alb. Über diese Arbeit informiert der Geopark auch auf der CMT in Stuttgart. Zahlreiche Geopark-Partner aus den zehn Alb-Landkreisen bieten am Messestand in Halle 6, Stand A70, spannende Mitmach-Aktionen rund um die Geologie der Schwäbischen Alb.

Eine besondere Region

Die Gebietskulisse der Schwäbischen Alb ist ein Geopark der Superlative und hat selbst im internationalen Kontext Herausragendes zu bieten. Mit über 2800 dokumentierten Höhlen und zwölf spektakulären Schauhöhlen ist die Alb die höhlenreichste Region Europas. Ihre Fossilienfundstätten sind weltberühmt. Durch die besondere Topografie der Karstgebirges mit schützenden Höhlen und geologischen Rohstoffen wurde die Alb zur Geburtsstätte der menschlichen Kultur. In den Höhlen fand man die ältesten figürlichen Kunstwerke (Venus vom Hohle Fels und Löwenmensch) sowie die ältesten Musikinstrumente der Menschheit.

Ebenfalls exotisch, aber albtypisch ist der Vulkanismus vor zwöf bis 15 Millionen Jahren, der über 350 Vulkanschlote, Krater, Maare, Moore, Thermal- und Mineralquellen hinterlassen hat. Es erstaunt daher nicht, dass acht der 77 nationalen Geotope Deutschlands auf der Schwäbischen Alb zu finden sind und die Schwäbische Alb insgesamt fünf Unesco-Labels (darunter auch Welterbestätten und das Biosphärengebiet) besitzt.

Dr. Siegfried Roth, Geschäftsführer des Geopark Schwäbische Alb, geht es aber nicht nur darum, die erdgeschichtlichen Highlights bekannt zu machen. „Wir wollen, dass in den Köpfen ankommt, welches kostbare Erbe wir hier haben und wie wir mit diesem uns anvertrauten Schatz bewusst umgehen können“. Aus diesem Grund ist Geobildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung eine wichtige Zielsetzung des Geoparks. Ganz konkret geschieht das über zahlreiche Maßnahmenpakete. „Beispielsweise werden wir 2020 die Tourist-Informationen der Schwäbischen Alb schulen und relevantes Hintergrundwissen zu geotouristischen Ausflugszielen vermitteln“, erzählt Roth.

Ausweisung von UNESCO-Geopoints.

Ein weiterer Baustein ist die Ausweisung von Unesco-Geopoints zur Besucherlenkung zu geologischen Hotspots. Geopoints sind wichtige Komponenten des Besucherlenkungskonzeptes, das der Unesco Global Geopark Schwäbische Alb mit lokalen Partnern realisiert. Sie kennzeichnen Geotope oder Objekte, an denen Erdgeschichte erlebbar wird. Manche sind bekannt, aber oft werden diese von Besuchern auch nicht wahrgenommen. Im Sommer wurde die Falkensteiner Höhle als 28. Geopoint eingeweiht.

Mittelfristig ist geplant, hundert Unesco-Geopoints auf der Schwäbischen Alb auszuweisen. Dazu werden vor Ort Infotafeln aufgestellt, die in die geologische Thematik einführen und auf den bewussten Umgang mit dem Geotop hinweisen. Auf der Website des Geoparks unter www.geopark-alb.de gibt es weiterführende, mehrsprachige Infos, die per QR-Code abgerufen werden können. Die Lage der Geopoints wird dort auf einer Karte dargestellt.

Geopark-Netzwerk für Besucher der Alb

Der Unesco Global Geopark Schwäbische Alb betreut ein Netzwerk von 27 Infostellen, darunter Schauhöhlen, Museen, Naturschutzzentren und Bildungseinrichtungen. Zum Geopark-Netzwerk gehören auch zahlreiche Natur-, Höhlen- und Landschaftsführer und Geopark-Schulen. Sie alle sind Botschafter des Geoparks und damit der Schwäbischen Alb und sorgen für den so wichtigen Wissenstransfer an Touristen und Bewohner.

Partner-Aktionen auf der Tourismusmesse CMT

Auf der CMT bieten zahlreiche Geopark-Partner ein täglich wechselndes Aktionsprogramm (siehe Infokasten) und nehmen Besucher mit auf die spannende Reise in die Erdgeschichte. Außerdem gibt es am Geopark-Stand wieder die beliebte Geopark-Entdeckerkarte.

Geopark-Aktionsprogramm auf der CMT


Am Samstag, 11. Januar: Die Geopark-Infostelle „HöhlenErlebnisWelt“ Giegen-Hürben/Charlottenhöhle mit Ulrike Brender-Nothnik und Nick Brender bietet an: Albtypisches aus der Geokiste fühlen: Ist das ein Höhlenbärenknochen oder ein steinzeitliches Werkzeug? Fühlen Sie selbst und erfahren Sie Spannendes zu den Tastobjekten.

Am Sonntag, 12. Januar: Die Geopark-Infostelle Urgeschichtliches Museum Blaubeuren mit Johannes Wiedmann zeigt „Elfenbein – das weiße Gold der Steinzeit“: Aus Mammutelfenbein wurden die ältesten figürlichen Kunstwerke der Welt und einige der ältesten Musikinstrumente hergestellt. Das Museum berichtet darüber und zeigt, wie man Elfenbein mit steinzeitlichen Werkzeugen bearbeitet.

Am Montag, 13. Januar: Die Geopark-Infostelle Urweltmuseum Aalen mit Ulrich Sauerborn und Andreas Brune präsentiert „Ammoniten – Schaupräparationen & Touchfossilien“: Fossilien der Alb werden präpariert. Entdecken und fühlen Sie Fossilien hautnah und nicht nur hinter Glas.

Am Dienstag, 14. Januar: Die Geopark-Infostelle Meteorkrater-Museum Steinheim (Michael Hölzel und Gerd Müller) zeigt „Steinheimer Schneckensand“: Kinder können gesiebten Schneckensand unter die Lupe nehmen und in Gläschen abfüllen. Auch für Erwachsene.

Am Mittwoch, 15. Januar: Iris Bohnacker von der Geopark-Geschäftsstelle Schelklingen bietet ein „Steine-Speed-Dating“ an mit dem Titel: „Der Stoff aus dem die Alb besteht“. Besucher können typische Gesteine und Mineralien der Alb mittels Lupe, Salzsäure und per Härtetest bestimmen.

Am Donnerstag, 16. Januar: Die Alb-Guides Zollernalb, Sabine Knopp und Karl Seemann, zeigen die „Alb im Glas“: Fundstück von Alb-Wanderungen erzählen die Geschichte der Alb. Wie wurden aus Muscheln die weißen Felsen der Alb und was wächst darauf? Eine Naturentdeckungsreise.

Am Freitag, 17. Januar: Die Alb-Guides Mittlere Alb um Gerhard Haag bieten ein Steinerätsel an: Wer weiß, welches Albgestein im neuen Stuttgarter Schloss verarbeitet wurde? Und wie kommt die Alb in die Zahnpasta? Unterhaltsam und Wissenswert!

Am Samstag, 18. Januar: Die Geopark-Infostelle am Naturschutzzentrum Schopflocher Alb um Dr. Franziska Harich und Sonja Berger erzählt von „Kalkgestein zu Elfenbeinmarmor“: Elfenbeinmarmor wurde im ehemaligen Steinbruch Lauster abgebaut. Tauchen Sie ein in die Geschichte des Steinbruchs und erfahren Sie neues zur Geologie der Schwäbischen Alb.

Am Sonntag, 19. Januar: Die Geopark-Infostelle Holcim-Fossilienmuseum Dotternhausen (Dr. Annette Schmid-Röhl) erzählt von Fossilien aus dem Jurameer: Wer weiß, was Donnerkeile oder Seelilien sind? Wie groß wurden die Fischsaurier? Eine Reise durch 180 Millionen Erdgeschichte.