Schwäbisch Hall 1,2 Kilometer Marsch für den Glauben

Schwäbisch Hall / 01.06.2018
Rund 200 Haller Katholiken zelebrieren Fronleichnam mit einer Prozession von Hessental zur Comburg und einem Gemeindefest.

Maria durch die Hirtengasse, dann die Alte Hessentaler Straße hinab, links in den Großcomburger Weg hinein und anschließend scharf rechts die letzten Meter hinauf zur Comburg: Zum zweiten Mal hintereinander wählt die katholische Gesamtkirchengemeinde diesen Weg für ihre Fronleichnamsprozession. Mit rund 1,2 Kilometern ist die gestrige Strecke länger als die von 2016, als es von der Comburg lediglich zur Steinbacher Kirche St. Johannes und zurück ging. In den Jahren davor war der Weg wesentlich weiter. Traditionell führte er von St. Michael durch die Ackeranlagen nach Steinbach. „Mindestens eine Stunde waren wir damals unterwegs“, erinnert sich Pfarrer Thomas Hertlein. „Gut, dass es heute bei der Hitze nicht so weit ist.“ Fast 30 Grad im Schatten zeigt das Thermometer am Donnerstagvormittag. Zum Glück geht es permanent bergab.

Seit 58 Jahren Fahnenträger

Bei der Prozession vorneweg schreiten drei Ministrantinnen. Nina Pfauser trägt das Kreuz, Lara Berger und Annina Hauber links und rechts von ihr die beiden Fahnen. Ist es etwas Besonderes, den Zug an Fronleichnam anzuführen? „Ja, schon, aber der Weihrauchdienst eigentlich noch mehr“, finden die jungen Frauen.

Hinter dem Trio trägt Franz Fechter die Fahne der Kolpingsfamilie – bereits zum 58 Mal an Fronleichnam. „Wir haben Nachwuchsprobleme, deshalb müssen die Alten ran“, sagt der 78-Jährige lächelnd. „So lange es noch geht“ will Fechter Fahnenträger bleiben. Hinter ihm reiht sich die Blaskapelle Fronrot ein, die seit etlichen Jahren die Haller Prozession musikalisch begleitet.

Am rechten Straßenrand kommt der große Kastanienbaum in Sichtweite, unter dem das Hessentaler Kreuz steht. „Großer Gott, wir loben dich“ singen die Gläubigen dort, bevor es die letzten paar hundert Meter Richtung Comburg geht. Rund 70 Gläubige der katholischen Gesamtkirchengemeinde helfen beim Absperren der Strecke und bei der Organisation des anschließenden Gemeindefestes mit. Wer später nicht bergauf zum an St. Maria geparkten Auto zurücklaufen möchte, kann den Shuttlebus nehmen.

Die Fronleichnams-Prozession könnte bereits im nächsten Jahr wieder einen anderen Weg nehmen. „Wir wollen immer mal etwas Neues ausprobieren“, sagt Pfarrer Hertlein. Die Hauptschwierigkeit bei der Streckenwahl sei, dass am Ziel ein geeigneter Platz für ein Gemeindefest sein muss.

Bei der Eucharistiefeier regt Hertlein ein engeres Zusammenrücken der Gläubigen an. „Je mehr wir lernen, zum Auferstandenen zu stehen, desto mehr lernen wir, zueinander zu stehen.“ Die Gegenwart Christi in Brot und Wein „soll uns daran erinnern, dass er bei uns bleibt bis zum Ende der Welt“, so der Pfarrer. Aus dieser Gewissheit könne Jeder Kraft schöpfen – vor allem durch aktiv praktizierten Glauben. Hertlein: „Wir gehen nicht in die Messe, weil wir Christen sind, sondern damit wir Christen werden. Wir versammeln uns um Jesus Christus. Wenn wir auf ihn zulaufen, kommen wir ihm, aber auch einander näher.“

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Text sdf

In sechs Bundesländern Feiertag

Fronleichnam ist ein Hochfest der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie, in den Zeichen von Brot und Wein, gefeiert wird. Gesetzlicher Feiertag ist Fronleichnam in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland, zudem in einigen Gemeinden Sachsens und Thüringens.

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