Laichingen Tanz der Himmelsgleiter

Laichingen / SABINE GRASER-KÜHNLE 06.10.2015
Der Bilderbuchherbst und der Feiertag am Samstag lockten die Gäste zu Hunderten zum Laichinger Drachenfest. Dagegen fanden nur wenige Unverzagte am regnerisch trüben Sonntag den Weg dorthin.

Bunt sah am Samstag nicht nur der Himmel über dem Flugplatz aus, wo farbenprächtige und phantasievolle Drachen vor Azurblau im guten Drachenwind tanzten. Auf den Wiesen rings um das Aktionsfeld, das die Heidenheimer Albflyer für die Drachenvorführungen aufgebaut hatten, tummelten sich Drachenfreaks und Familien und schauten ihren im Wind aufsteigenden Drachen nach. Wie ein großes Volksfest mutete die Szenerie an, nur dass in diesem Fall die Hauptattraktion die bunten Himmelsgleiter waren.

Auf dem Aktionsfeld löste eine Show die andere ab. Nahezu das ganze Programm konnte das Albflyerteam abfahren: Massenstarts der Fledermausdrachen, Tanz der Lenkdrachen, Rokkaku-Wettkämpfe und Flugvorführungen der großen Kasten- und Sterndrachen. Das Nachtfliegen mit angeleuchteten und teils selbstleuchtenden Drachen, mit Fackeldarbietungen und dem Lichtertanz der Heißluftballone war so gut besucht wie schon lange nicht mehr. Das machte Hunger, und der Flugsportverein war an diesem Abend restlos ausverkauft. "Selbst die letzte Semmel haben wir verkauft", berichtet Marcus Kohn von den Laichinger Fliegern, die den Albflyern und Drachenfreaks nicht nur ihr Flugplatzareal zur Verfügung stellen, sondern stets auch bewirten.

Ganz anders der Sonntag: Im Hangar bei der Essensausgabe schien mehr los zu sein, als draußen rund um das Aktionsfeld. Viele der Drachenfreunde, die mit dem Wohnmobil angereist waren, hat der Nieselregen am Vormittag bereits vertrieben. Mit Nachlassen des Regens kamen zwar ein wenig mehr Gäste, und nicht nur gänzlich unverzagte Drachenfreaks waren bemüht, ihre Himmelsgleiter in den Wind zu legen. Meistens erfolglos, zu schwach war der Wind. So musste auch Manfred Hos aus Dürnau seinen "Edi", einen drei Meter großen, trapezförmigen Drachen, wieder herunter holen, bevor er auf den Boden gekracht wäre. Am Vortag war er beim Reutlinger Drachenfest, nachdem Laichingen näher liegt, hat er sich über das Internet und die Webcam der Albflyer über das Laichinger Wetter informiert. "Als es dann aufhörte zu regnen, stieg ich ins Auto."

Die Geschwister Paul und Elea aus Asch ließen sich ihre gute Laune durch schwache Winde auch nicht verderben, sie trugen ihre Drachen stolz vor sich her, ganz nach dem Motto: "Kann ich ihn schon nicht fliegen lassen, trage ich ihn eben."

Konnten die Albflyer am Sonntag noch viele Vorführungen nicht durchziehen, so war es doch möglich, den am Samstag begonnenen Rokkaku-Wettkampf fortzusetzen. Der findet alljährlich an beiden Drachenfesttagen statt mit jeweils drei Kämpfen. Massenstart der Rokkakudrachen, und dann gilt der Kampf ums Überleben. Harte Attacken und verwickelte Drachenschnüre, die im besten Fall in der Luft durch geschicktes Agieren wieder aufgelöst werden - so lange, bis der Sieger feststeht. Zum zweiten Mal in Folge hat die Saulgauerin Susi Maurer den Wanderpokal gewonnen, den der Flugsportverein ausschreibt. Nur ihr Mann Joe schaffte es bislang, den Rokkaku-Wettkampf drei Jahre hintereinander für sich auszumachen und damit den Pokal mit nach Hause zu nehmen. Nächstes Jahr will Susi Maurer ihren Pokal verteidigen - mit Sicherheit wieder in spannenden Wettkämpfen.

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