Land am Rand Zu zweit durch dick und dicker

Heiraten macht dick, sagt eine Studie.
Heiraten macht dick, sagt eine Studie. © Foto: Armin Weigel/dpa
Mannheim/Berlin / Fabian Ziehe 11.10.2018

Man sagt „Ja“, legt sich Ringe an, tauscht Küsse und versichert sich: Wir gehen zusammen durch dick und dünn. Die Wirklichkeit ist eine andere – und das meint nicht den Folge-Termin beim Scheidungsrichter. Es geht um Körperfülle: Durch dick geht man gemeinsam – bis zum dicken Ende. Mit dünn wird’s aber dünne: Wer mal versucht hat, seine Hochzeitsgarderobe wieder anzulegen, kennt das Problem.

Insofern bestätigt jene Studie, die die Uni Mannheim mit dem Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung vorgelegt hat, zunächst Bekanntes: Zweisamkeit macht (statistisch gesehen) dick. Was darüber hinaus aber überrascht: Die Gewichtszunahme ist direkt nach dem Zusammenziehen etwa doppelt so hoch wie in den ersten vier Ehejahren.

Dieser Effekt bleibe auch dann bestehen, rechnet man Faktoren wie Alter, Kinderkriegen, Sport, Rauchen, generelle Gesundheit oder Stress heraus. Denn kaum zusammen, so erklärt der Co-Autor der Studie, Ralph Hertwig, ändern sich Essgewohnheiten: Man schiebt sich nicht fix ne Stulle rein, sondern frühstückt richtig. Liebe geht durch den Magen.

Trennt sich ein Paar und sucht ein jeder sodann nach einer neuen Flamme, nähern sich die Leute dem Body-Mass-Index von vor dem Zusammenziehen wieder an. Das, so die Forscher, entspreche der „Heiratshypothese“, dass sich Menschen auf Partnersuche um ein niedrigeres Gewicht bemühen, um attraktiver zu wirken.

So führt jene Studie, die auf Daten von 20 000 Deutschen fußt, zur Erweiterung einer elementaren Erkenntnis: „So jung kommen wir nie wieder zusammen – und so dünn hoffentlich auch nicht mehr.“

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