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Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg wollen Schreckschuss- oder Reizstoffwaffen besitzen oder in der Öffentlichkeit tragen. Die Zahl der Lizenzen steigt rasant.

Die Zahl der kleinen Waffenscheine in Baden-Württemberg steigt weiter stark. Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Zahl der Menschen verdoppelt, die bestimmte Schreckschuss- und Reizstoffwaffen tragen dürfen. Ende des Jahres 2014 besaßen laut Innenministerium 40.001 Menschen den kleinen Waffenschein, bis Ende Juni 2019 stieg die Zahl auf 85.395. Zum 31. Dezember 2018 lag sie noch bei 81.197.

Ein Sprecher des Ministeriums nannte die Zahl zwar „nicht beunruhigend“, er sagte aber auch: „Es gibt keinen Grund dafür, sich zu bewaffnen. Die Menschen im Land sollten die Sicherheitsfragen denen überlassen, die etwas davon verstehen - und das ist die Polizei.“

Der Kleine Waffenschein erlaubt es seinem Inhaber, bestimmte Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt mit sich zu tragen. Diese müssen das Zulassungszeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt aufweisen und werden deshalb auch PTB-Waffen genannt. Man muss dafür mindestens 18 Jahre alt sein, seine Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung nachweisen. Geeignet ist zum Beispiel nicht, wer geschäftsunfähig, psychisch krank oder Alkoholiker ist. Wer solch eine Waffe ohne Waffenschein bei sich hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss ein Bußgeld zahlen.

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