Neue Mobilität fürs Land Wirtschaft und Kommunen suchen Lösungen

Gudrun Heute-­Bluhm: Neue  Dialogstrukturen.
Gudrun Heute-­Bluhm: Neue Dialogstrukturen. © Foto: dpa
Stuttgart / Jens Schmitz 12.02.2019

Baden-Württemberg könnte moderne Mobilitätslösungen schneller enwickeln, wenn Wirtschaft und Kommunen besser vernetzt wären. Das hat eine Analyse beim „Strategiedialog Automobilwirtschaft“ ergeben. Nun soll eine Art Partnervermittlung helfen. „Die Matchmakings sind der Kern“, sagt Städtetags-Geschäfts­führerin Gudrun Heute-Bluhm (CDU) und schmunzelt. „Vorbild war Parship.“ Seit 2018 hat ihr Verband eine Geschäftsstelle, die Kommunen, Kreise und Unternehmen verkuppeln soll. Das soll vorhandene Produkte bekannter machen und Partner zur gemeinsamen Problemlösung zusammenbringen.

Eine Kehrmaschine, die gleichzeitig Schlaglöcher filmt, fährt schon. Die Hoffnungen reichen weiter. „Car-Sharing, Ride-Sharing, E-Bus und teilautonome Fahrzeuge sind vielerorts im Gespräch, aber meist noch weitab jeder Realisierungschance“, sagt Heute-Bluhm. Digitalisierungsminister Thomas Strobl (CDU) ergänzt: „Wir brauchen eine kritische Masse von Regionen mit entsprechenden Angeboten und natürlich Bürgerinnen und Bürger, die die Angebote nutzen.“

Von den ersten Veranstaltungen in Stuttgart und Ulm wurden 128 Kommunen und Wirtschaftsvertreter erreicht. Die Anlaufstelle beim Städtetag berät Gemeinden und Wirtschaftspartner vom ersten Interesse bis zur Umsetzung von Ideen. Eine Studie „Digitale Mobilität in Kommunen“ hat aber nicht nur bei der Vernetzung Defizite erkannt, sondern auch einen Mangel an finanzieller Unterstützung für Anbieter in der Wachstumsphase.

Ein neues Förderprogramm soll deshalb helfen, Produkte und Dienste zur Marktreife zu bringen.  Es ist mit 2,8 Mio. € ausgestattet und auf www.digitalbw.de einsehbar. Ein Förderprojekt, das es so bisher nicht gibt, sagt Heute-Bluhm. Es gehe um Dialogstrukturen, die dem Land gerecht würden, indem sie kleine Akteure verbänden.

In der Studie wurden auch 292 Projekte analysiert, die im Südwesten bereits umgesetzt werden. Das Gesamtprojekt läuft bei dem von der Landesregierung initiierten „Strategiedialog Automobilwirtschaft“ unter der Bezeichnung „InKoMo 4.0“ (Innovationspartnerschaften zwischen Kommunen und Mobilitätswirtschaft 4.0). Bis 2021 stehen für Studie, Geschäftsstelle und Förderprogramm 3,9 Mio. € zur Verfügung.

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