Freiburg / Alfred Wiedemann

Kein Himmel voller Geigen, aber ein Baum voller Gitarren: Im Freiburger Stadtwald ist ein noch traurig-blattloser Baum  mit einem Dutzend Gitarren geschmückt worden. Gleich neben einem viel begangenen Weg, nicht weit von der Stadt entfernt. Die Spaziergänger hat es gefreut, der Gesprächsstoff ist nicht ausgegangen: Wer macht sich so viel Arbeit, ist das Kunst, eine Liebeserklärung an Gitarren? Oder hat jemand seine Musikerkarriere endgültig an den Baum gehängt?

Das Freiburger Forstamt weiß es auch nicht. Nach einer Erlaubnis hat jedenfalls keiner gefragt, erfahren habe man von dem wundersamen Solitär aus der Presse. Bei insgesamt
52 Quadratkilometer Stadtwald kann man Förstern und Waldarbeiter nicht vorwerfen, dass sie die Baumverschönerer nicht in flagranti erwischt haben.

Der oder die unbekannten Baumschmücker müssen klettertechnisch einiges draufhaben, mutmaßt man im Forstamt und in der Stadt. Die Instrumente wurden ganz schön hoch, in 7 bis 15 Meter Höhe, angebracht,  dazu an ziemlich dünnen Ästen, ein ganzes Stück vom Stamm weg. Das muss man gut gesichert erledigen – oder einfach einen Hubsteiger mieten und den benutzen.

Das Forstamt hat den Baumschmuck nach zwei Wochen jetzt abgeräumt. Zu gefährlich für Spaziergänger, wenn da eine runtergesaust wäre, nicht auszudenken, da hafte man als Waldbesitzer. Schade. Ein Trost für den oder die Klettergitarristen gibt es: Die Instrumente vom Baum sind nicht im Sperrmüll, sie können beim Forstamt abgeholt werden.