Land am Rand Wenn Grüne auffliegen

Dass Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) für den Besuch der Familie seiner Frau nach Südamerika geflogen ist, halten Kritiker für unverzeihlich.
Dass Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) für den Besuch der Familie seiner Frau nach Südamerika geflogen ist, halten Kritiker für unverzeihlich. © Foto: Christoph Schmidt/dpa
Ulm / Fabian Ziehe 08.01.2019

Es muss nicht immer Kaviar sein, mit dem Motto kam man schon Mitte des 20. Jahrhunderts noch weit rum in der Weltgeschichte. Im Twitter-Zeitalter gilt das noch immer – wie wäre es etwa mit einem vergoldeten Steak in Dubai? Doch hier soll es ja nicht um Bayern-Stars gehen, die grün allenfalls hinter den Ohren sind. Es geht um echte Grüne, Politiker, die der Pöbler im Zwitscher-Netzwerk zum Fressen gerne hat.

Gerade die aus dem Ländle: Da hat der Özdemir-Cem doch über den Jahreswechsel hinweg ein Bild aus Südamerika gepostet. Familienbesuch, Andenquerung mit der Tochter, sogar im Poncho! „Wie sind Sie denn in die Anden und zurückgekommen? Auf dem Fahrrad eher nicht. Wasser predigen, aber Wein trinken?“, stänkert ein Nutzer – er bleibt bei weitem nicht der einzige.

Kerosin-Verschleuderer, Klima-Killer, Öko-Heuchler! Auch Baden-Württembergs Landesvater Winfried Kretschmann ist ja erst kürzlich zu einer Wanderung ins Wurzacher Ried geflogen. In ein Naturschutzgebiet! Und Bayerns Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze postet ein Bild auf Instagram, das sie mit Einweg-Eisbecher samt Plaste-Löffel in Los Angeles zeigt. Die „Bild“ titelt: „Eisbecher-Gate“.

SPDler und Liberale legen da gern den Finger in die grüne Wunde. Da lässt sich’s gut kuscheln. Es ist ja jene Wunde, in der auch  AfD-Chef Jörg Meuthen bohrt – so tief, dass er am Ende gar beim Thema Abschiebungen rauskommt. Kunststück! Er macht klar, dass die AfD statt den Grünen den Afrikanern Flugreisen gönnt. Auch zum Familienbesuch. Ohne Kaviar und ohne Rückflugticket.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel