Mineralwasser fand in Heidelberg am Donnerstag reißenden Absatz, wegen Hamsterkäufen waren binnen weniger Stunden sämtliche Regale des Einzelhandels leer. Grund war eine Warnung vor dem Gebrauch des Leitungswassers aus dem ­öffentlichen Netz zum Trinken, ­Duschen oder Händewaschen, die am Morgen zunächst für Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis), gegen elf Uhr auch für die Hei­delberger Stadtteile Hand­schuhsheim und Neuenheim vom Gesundheitsamt des Rhein-­­Neckar-Kreises ausgesprochen wurde. Nur die Toilettenspülung sei problemlos, hieß es. Schließlich wurde das Verbot auf das ganze Stadtgebiet ausgeweitet. Die Feuerwehr fuhr durch die Stadt und warnte die Bevölkerung über Lautsprecher. Tausende Haushalte waren betroffen. Die Hamsterkäufe waren Thema im Lagezentrum der beiden Kommunen in den Räumen der Heidelberger Feuerwehr, wie der Sprecher der Stadt, Timm Herre, bestätigte. Im Krisenstab berieten auch die Feuerwehr, das Gesundheitsamt und die Heidelberger Stadtwerke die Lage.

Kurz vor 16 Uhr dann die Entwarnung: „Die sofort eingeleiteten Analysen haben unkritische Werte ergeben“, erklärte das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises, „es konnten keine gesundheitsgefährdenden Stoffe nachgewiesen werden.“ Das Trinkwasser in Heidelberg und Dossenheim zeigte zwar eine „bläuliche Eintrübung“, so eine Mitteilung der Stadt Heidelberg, sei aber unbelastet. Das Trinken des Wassers aus einem Wasserwerk im Norden Heidelbergs, Händewaschen und Duschen sind also in beiden Kommunen ­unbedenklich. „Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um eine Verfärbung handelt, die auf der natürlichen Schwankungsbreite in der Zusammensetzung des Wassers beruhen“, hieß es weiter. Die Ursache des Blaustichs war ein Heidelberger Brunnen, dieser wurde vom Netz genommen. Die Wasserversorgung sei über andere Stellen uneingeschränkt gewährleistet, hieß es seitens des Rhein-Neckar-Kreises.

Operationen wurden verschoben

Wer in Dossenheim zuerst bemerkte, dass sich die Badewanne in halbvollem Zustand bläulich verfärbte, ließ sich nicht mehr ermitteln. Schwer getroffen haben die Folgen dieser Entdeckung das Heidelberger Universitätsklinikum, das in allen Bereichen auf Wasser dringend angewiesen ist. Operationen wurden verschoben. Auch in den Heidelberger Cafés gab es weder Kaffee noch Tee, in den Gaststätten standen Gläser und Geschirr ungespült auf den Tresen.

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