Baden-Württemberg/Bayern / Rebecca Jacob Gefühlt liest man es jeden Tag: Unfall auf der A8. Ist die Autobahn 8 besonders gefährlich? Wir haben nachgefragt.

Eine Info vorweg: Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit dem zweiten Teilstück der A8 zwischen Karlsruhe und München. Dort kommt es immer wieder zu Aufsehen erregenden Unfällen:

Auf der A8 bei Dornstadt hat es am Freitagmorgen einen weiteren Unfall gegeben. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Die Strecke in Richtung Stuttgart war vorübergehend komplett gesperrt.

Auf der A8 Richtung Stuttgart ist bei der Anschlussstelle Ulm-West der hintere Teil eines Sattelzugs umgekippt.

Woran liegt das? Ist die Autobahnstrecke zwischen Karlsruhe und München besonders gefährlich? Reimund Elbe vom ADAC in Stuttgart erklärt: „Die A8 ist neben der A7 eine der Haupttransitstrecken in Europa, daher gibt es oft Schlangen von Lkws.“ Das, in Kombination mit vielen Berg- und Talfahrten, führe zu einer „höheren Unfallgefahr“, weil kein stetiger Verkehrsfluss möglich sei - der sei aber wichtig für die Sicherheit im Verkehr, sagt Elbe.

Auch die Baustellen sind ein Risiko

Und was ist mit den vielen Baustellen? Auch die seien natürlich ein Risiko und erforderten von den Fahrern erhöhte Aufmerksamkeit - und an der mangele es oft, moniert Elbe: „Vier Dinge sind wichtig für Sicherheit im Straßenverkehr: Fließender Verkehr, ausreichend Sicherheitsabstand, keine Ablenkung durch Handy oder Navi und angepasste Geschwindigkeit.“

Staus stellen die Nerven von Autofahrern regelmäßig auf die Probe. Mit diesen Tipps kommen sie besser durch das Verkehrschaos.

Die A8 - eine Problem-Autobahn

Fazit: „Die A8 ist sicher eine Problem-Autobahn, aber im Vergleich viel sicherer als Landes- oder Bundesstraßen. Bei einem Unfall auf der Autobahn stehen halt immer gleich viel mehr Menschen im Stau als wenn auf einer Kreisstraße was passiert.“

Die Statistik gibt Elbe recht: Im Jahr 2015 gab es auf Autobahnen im Ländle 2417 Unfälle. Auf Bundesstraßen waren es 7251, auf Landesstraßen 7728, berichtet das Statistische Landesamt. Nun gibt es in Deutschland rund 87.000 Kilometer Landesstraße und nur etwa 13.000 Kilometer Autobahn - das ist natürlich ein Grund, wieso auf ersteren mehr Unfälle passieren.

Auf deutschen Landesstraßen sterben laut Statistik deutlich mehr Menschen als auf Autobahnen.
© Foto: Statistisches Bundesamt

Landesstraßen bergen ein höheres Gefahrenpotenzial

Dennoch sei das Risiko auf Landesstraßen höher, ist sich Reimund Elbe sicher: „Dort herrscht ein viel größeres Gefahrenpotenzial: kreuzende Feldwege, Wild, das die Straße überquert, Gegenverkehr, landwirtschaftlicher Verkehr und so weiter.“

Der Hauptgrund für Unfälle auf deutschen Straßen ist auch nicht, wie man meinen könnte, überhöhte Geschwindigkeit - die ist für etwa 13 Prozent aller Unfälle verantwortlich. Auf Platz eins sind mit rund 16 Prozent Manöver wie Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren - alles Dinge, die man auf der Autobahn normalerweise nicht tut.

Die (halbwegs) gute Nachricht: Die Zahl der Unfälle auf deutschen Straßen steigt zwar - aber dafür ist die Zahl der Verkehrstoten seit Jahren rückläufig. Trotzdem gilt immer das gute alte Motto: Augen auf im Straßenverkehr.

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