Sagenhaftes Baden-Württemberg Von der Glocke, die nicht ins Münster wollte

Der Glockenturm des Ulmer Münsters.
Der Glockenturm des Ulmer Münsters. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Andreas Clasen/Foto: Volkmar Könneke 02.01.2019
Die Ulmer sind stolz auf das Münster. Verständlich, es ist ein wundervoller Bau mit dem höchsten Kirchturm der Welt.

Da müsste es doch für Glocken schon fast eine Ehre sein, von dort oben aus zu schlagen (siehe Bild) – möchte man meinen. Im Fall einer Glocke aus dem heutigen Kreis Biberach war das laut einer Schwanksage aber gar nicht so. Lange Zeit hatte sie im Kloster Sulmendingen ihren Dienst getan. Weithin war sie bekannt für ihren herrlichen tiefen Klang. Eines Tages aber wurde sie auf einen Wagen gehievt, um sie in die Donaustadt zu bringen, weil die Ulmer für das Münster nur die am schönsten klingenden Glocken haben wollten. Das missfiel der Sulmendinger Glocke mächtig: „Eh’ ich mich in’s Münster häng’, ich mich in der Riß ertränk“, sagte sie. Als der Wagen eine Brücke über den Gumpen, eine abgrundtiefe Stelle der Riß, passierte, wackelte die Glocke so wild, dass sie vom Wagen kippte und auf Nimmerwiedersehen im Fluss versank. Seither wird diese Stelle der Glockengumpen genannt.

PS: Diese Geschichte basiert auf der Überlieferung von Anton Birlinger, Sagen, Märchen, Volksaberglauben, Band 1, 1861.

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