Wahl Villingen-Schwenningen wählt neuen OB

Villingen-Schwenningen / Petra Walheim 06.10.2018

Rupert Kubon ist seit 2003 Oberbürgermeister der Doppelstadt Villingen-Schwenningen. Seine zweite Amtszeit läuft Anfang 2019 aus. Er ist 61 Jahre alt, hätte erneut kandidieren können. Doch Kubon hat genug. Er räumt den Platz, der seit Wochen umkämpft ist. Sechs Kandidaten – zwei Frauen, vier Männer – möchten ihn beerben. Morgen haben es im württembergischen Schwenningen und badischen Villingen 65 000 Wahlberechtigte in der Hand, einen neuen Rathaus-Chef zu wählen. Es ist nicht davon auszugehen, dass bei der Bewerberzahl einer der Kandidaten auf Anhieb 50 Prozent oder mehr der Stimmen erhält.

Zwei Kan­didaten sind Mitarbeiter der Stadt. Marina Kloiber-Jung, die in der Stadt aufgewachsen ist, ist ­Betriebsleiterin bei den  Technischen Diensten Villingen-­Schwenningen. Sie hat an der Verwaltungs-Fachhochschule in Kehl studiert und 2012 berufsbegleitend ein Masterstudium an der Hochschule für Ökonomie und Management in Stuttgart (FOM) absolviert. Die Mutter zweier Kinder tritt als unabhängige Kandidatin an. Jörg Röber wird von den Grünen und der SPD unterstützt. Er wurde 1980 in Zittau geboren und hat an der Uni Konstanz Politik- und Verwaltungswissenschaften studiert. Aktuell ist er der Referent von OB Rupert Kubon.

Stand-Up-Comedian und Wirt

Schon ein  „alter Hase“ im Verwaltungsgeschäft ist Jürgen Roth (CDU). Seit 15 Jahren ist er Bürgermeister in der Nachbargemeinde Tuningen. Er wurde 1963 in Villingen geboren. Jürgen Roth, Marina Kloiber-Jung und Jörg Röber gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt.

Gaetano Cristilli tritt als unabhängiger Kandidat an. Der 52-jährige Deutsch-Italiener ist Geschäftsmann und betreibt ein Fitness-Studio. Bis vor wenigen Monaten war er Geschäftsführer des FC 08 Villingen. Er ist sehr sportlich und nimmt so auch den Wahlkampf. Cem Yazici gilt als schrillste Persönlichkeit bei dieser OB-Wahl. Der 47-Jährige, der in der Stadt als „Jam von der Linde“ bekannt ist, ist Stand-Up-Comedian, Sänger und Wirt. Auch Fridi Miller tritt zur Wahl an. Sie dürfte als streitbare Dauerkandidatin landesweit bekannt sein. Sie kandidiert bevorzugt bei OB-Wahlen und fechtet sie gerne an. So geschehen unter anderem in Böblingen, Freiburg und Ravensburg. 

Eine große Aufgabe für den neuen OB ist, die zwei Stadtbezirke weiter zu einer Stadt zusammen zu führen. Der Nahverkehr soll verbessert und die Schlaglöcher sollen aufgefüllt werden. Jürgen Roth fasst zusammen: „In der Doppelstadt ist die Straße das, was zwischen den Schlaglöchern ist.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel