Nach 49 Verhandlungstagen neigt sich der Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der verbotenen türkisch-nationalistischen Straßengang „Osmanen Germania BC“ dem Ende. Am Donnerstag wird das Urteil des Landgerichts Stuttgart gegen den selbst ernannten „Weltpräsidenten“ und seinen Vize sowie fünf weitere Angeklagte erwartet (Aktenzeichen 3 KLs 201 Js 117340/16).

Hohe Haftstrafen gefordert

Die Staatsanwaltschaft fordert laut Angaben des Gerichts Haftstrafen von einem Jahr und zehn Monaten bis zu achteinhalb Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Menschenhandels, Erpressung und Drogendelikten. 2016 und 2017 sollen die Männer im Alter zwischen 20 und 47 Jahren zahlreiche Straftaten in Baden-Württemberg begangen haben. Darunter die Folter eines abtrünnigen Osmanen in Herrenberg bei Stuttgart.

Stuttgart-Stammheim

Der Prozess im Gefängnis Stuttgart-Stammheim war im März unter strikten Sicherheitsvorkehrungen - damals noch gegen acht Angeklagte - gestartet. Die türkisch-nationalistische, rockerähnliche Straßengang „Osmanen Germania“ steht nach Einschätzung mehrerer Bundesländer der türkischen Regierungspartei AKP von Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nahe.

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