Mit steigenden Temperaturen beginnt auch wieder die Saison der Tuning- und PS-Fans - seit einigen Jahren beschäftigen sogenannte Auto-Poser die Polizei in manchen Städten Baden-Württembergs. So auch über Ostern - da wird es sonnig und warm. Mit PS-starken beziehungsweise manipulierten Wagen treiben sie zum Beispiel in der Mannheimer Innenstadt ihr Unwesen, wie der Leiter der Verkehrspolizeidirektion, Dieter Schäfer, erklärte. „Anhalten, Gas geben, Motoren aufheulen lassen - hier haben Poser die perfekte Bühne für ihre Kunststückchen.“ Denn die Terrassen der Cafés reichten direkt bis an den Straßenrand. Beginnend mit der ersten Schönwetterperiode würden sich Beamte daher wieder auf die Lauer legen - vor allem an Sommerabenden am Wochenende.

Abschleppen tut am meisten weh

Wieder herausgegeben würden die Autos frühestens ab Dienstag nach Ostern, teilte die Stadt mit. „Voraussetzung für die Herausgabe ist aber, dass das Auto in technischer Hinsicht am Straßenverkehr teilnehmen darf. Wer also Tuningteile ohne gültige Zulassung angebracht hat, der wird schlechte Karten haben, sein Auto auf den eigenen vier Rädern wieder nach Hause fahren zu dürfen.“ „Das tut natürlich am meisten weh: Wenn das Auto an den Haken kommt, abgeschleppt wird. Dann ist der Abend gelaufen“, so Monika Ackermann von der Polizei Stuttgart. Die Stadt versucht unter anderem mit Pollern oder der Ampelschaltung die bekannte Posermeile unattraktiv zu machen. Speziell geschulte Polizeibeamte nehmen die Fahrzeuge unter die Lupe. Sie haben laut Innenministerium im vergangenen Jahr 217 Fahrzeuge der Poserszene wegen unzulässiger technischer Veränderungen sichergestellt - in Mannheim waren es 81.

Singen im Kreis Konstanz verbietet Poser-Treffen

Die Stadt Singen geht zu Ostern weiter gegen Treffen der Tuning-Szene vor: Von Gründonnerstag bis Ostermontag seien im gesamten Stadtgebiet Ansammlungen von mehr als fünf getunten Fahrzeugen verboten, sagte ein Sprecher. Wer gegen die Verfügung verstoße, müsse mit einem Zwangsgeld von 150 Euro rechnen - und wenn das Treffen nicht innerhalb von 20 Minuten beendet werde, würden die Fahrzeuge abgeschleppt und beschlagnahmt. Auch in Singen sei es deutlich ruhiger geworden, sagte der Sprecher der Stadt. Die Tuning-Szene hatte vor einiger Zeit für großen Ärger gesorgt. An einem Kreisverkehr im Industriegebiet hatten sich nach Angaben der Stadt zum Teil hunderte Autofans auch aus dem weiteren Umland getroffen, manche kamen auch aus der Schweiz. Die Folgen: Müll auf den Parkplätzen, Lärmbelästigung und Sachbeschädigung. „Im vergangenen Jahr war wenig bis gar nichts los. Unsere Maßnahmen haben gewirkt.“ Die Stadt hatte in den betroffenen Straßen am Wochenende eine 30er-Zone eingerichtet, zudem zeigte die Polizei viel Präsenz.

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Poser und Raser sind nicht dasselbe

Poser und Tuning-Fans sind nicht mit Rasern gleichzusetzen. Es gebe zwar eine Schnittmenge, so Schäfer. Nur in einzelnen Fällen fielen die Poser in Mannheim aber durch Rasen oder illegale Autorennen auf. Auch in Stuttgart gebe es keine ausgeprägte Raserszene, teilte die Polizei mit. Posen ist laut Innenministerium ebenso wie Rasen kein flächendeckendes Problem in Baden-Württemberg.

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