Pforzheim Obduktion bringt Gewissheit: Toter ist vermisster Jäger

Ermittler untersuchen den Fundort im Waldstück bei Pforzheim.
Ermittler untersuchen den Fundort im Waldstück bei Pforzheim. © Foto: Sdmg / Gress/SDMG/dpa
Birkenfeld / Hans Georg Frank/dpa 04.10.2018
Im Fall einer bei Pforzheim gefundenen männlichen Leiche handelt es sich um einen seit Wochen vermissten Jäger aus Birkenfeld (Enzkreis).

Das hat die Obduktion des Toten ergeben, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Es steht nun auch fest, dass der 50-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Wie genau er ums Leben kam, wollte die Polizei zunächst nicht sagen.

„Wie vom Erdboden verschluckt“

Ein Waldarbeiter hatte den Beamten der Sonderkommission den entscheidenden Hinweis gegeben. Er hatte den Toten zufällig gefunden. Allem Anschein nach war die Leiche zwischen den Bäumen vergraben worden, doch Tiere sollen sie zum Teil wieder freigelegt haben, war aus Polizeikreisen zu erfahren.

Die Sonderkommission „Wagner“ hatte über 300 Spuren und Hinweise überprüft. Mehrfach war die Gegend abgesucht worden, außer Hunden wurde auch eine Drohne eingesetzt. Ein Durchbruch gelang dennoch nicht. Simon P. sei „wie vom Erdboden verschluckt“, hatte Soko-Chef Ulrich Conle noch erklärt. Zu diesem Zeitpunkt war noch völlig unklar, was mit ihm geschehen ist, seit er am 29. August aus seiner Wohnung verschwunden ist.

Wohnung durchsucht: Noch mehr Waffen gefunden

Nachbarn hatten gegen 21.30 Uhr einen Streit beobachtet. Zwei unbekannte Männer sollen etwas Undefinierbares zu ihrem Auto getragen haben. Dabei hätte es sich um P. handeln können. Bei seiner Wohnung stieß die Kripo auf eine Lache mit einer „nicht unerheblichen Menge Blut“. Der Fall erregt großes Aufsehen, weil es sich bei Simon P. um einen Jäger, Sportschützen und Büchsenmacher handelt, der über 30 Waffen besitzt. Die Waffenschränke seien leer gewesen, gab Conle bekannt.

Der Getötete soll zudem mehr Waffen besessen haben als zunächst angenommen. Die Polizei hatte bei der Durchsuchung einer zweiten Wohnung des Mannes in Herrenberg mehrere Waffen entdeckt. Von den weiteren Waffen, die der Mann legal im Haus in Birkenau gelagert haben soll, fehle dagegen weiter jede Spur. Die Polizei konnte bisher nicht bestätigen, ob er illegal mit Waffen handelte. 40 Beamte sind mit der Aufklärung des Falles befasst.

Einen Zusammenhang mit einem weiteren Toten, der erst vor wenigen Wochen in der Region gefunden worden war, schloss die Polizei aus. Mitte September war die Leiche eines 47-jährigen Irakers an einer Landstraße im Kreis Calw entdeckt worden.

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