Mit göttlichem Beistand haben Familie und Freunde nach dem Mädchen gesucht, das vor über fünf Wochen bei Tauberbischofsheim in der Tauber verschwunden ist. Über Facebook machten sie die Aktion bekannt. Der Aufruf wurde rund 350 Mal geteilt. „Wir unterstützen die Familie von Stefania, weil wir wissen, wie groß ihre Not ist“, heißt es in dem Appell. Am Samstagnachmittag kamen etwa zwei Dutzend Unterstützer zu dem Treffpunkt.

Geweihtes Brot soll helfen

Ein Rentner aus Grünsfeld brachte „etwas ganz Besonderes“ mit, wie er sagte. Es handelt es sich um einen Laib Roggenbrot, den er samt der hinzugefügten Kerze von einem Kaplan hatte segnen lassen. „Mit Gott ist alles möglich“, hatte ihm der Geistliche versichert. Mit dieser frommen Methode sei schon 1950 der dreijährige Georg aufgespürt worden, nachdem er in der Tauber ertrunken und zunächst spurlos verschwunden sei. „Dort, wo das Brot versinkt, dort ist die Leiche“, versicherte der 78-Jährige, der seinen Namen nicht verraten wollte.

Bei den aus Rumänien stammenden Angehörigen der Vermissten stieß dieses Suchsystem keineswegs auf Ablehnung. „Das wird bei uns auch so gemacht“, bestätigte Alexandru Ciuciu, der die Suche organisierte. Doch obwohl sich das Brot über zwei Stunden in der Tauber über Wasser halten konnte, blieb auch dieser Versuch ohne Erfolg. Die 13-jährige Schülerin bleibt spurlos verschwunden.

Suche auf eigene Faust

Die Suchaktion erfolge „mit dem Einverständnis der Polizei“, wurde behauptet. Im Polizeipräsidium Heilbronn war jedoch von „Verständnis“ für die Situation der Familie und der Freunde die Rede. Das Risiko einer Suche auf eigene Faust sollte nicht außer Acht gelassen werden: „Die Tauber hat aktuell eine Temperatur von vier bis sechs Grad. Neben körperlichen Gefahren kann so ein privater Einsatz auch zu einer starken psychischen Belastung führen.“

Polizei, Feuerwehr und DLRG hatten an mehreren Tagen den Fluss systematisch abgesucht. Taucher tasteten sich in der trüben Brühe vorwärts. Auch speziell ausgebildete Hunde waren im Einsatz, weil sie im Wasser Leichen wittern können. Hubschrauber und Drohnen wurden ebenfalls angefordert. Doch vom Verbleib des Mädchens fand sich nicht der geringste Hinweis. Schließlich wurde die Mannschaftsstärke reduziert. Nur noch gelegentlich hielt eine Streife Ausschau.

Familie erst vor einem Jahr nach Tauberbischofsheim gezogen

Stefania war am 9. Januar von der Brücke im Norden von Tauberbischofsheim in die Tauber geraten. Zeugen, die von der Polizei als glaubhaft und vertrauenswürdig eingeschätzt wurden, hatten den Vorfall gegen 17 Uhr beobachtet. Bis heute ist unklar, warum und wie die Schülerin das Geländer überwunden hat. Die Polizei schließt Fremdeinwirkung aus.

Die Familie mit drei Kindern – Stefania ist die älteste Tochter – zog erst vor einem Jahr nach Tauberbischofsheim. Es habe keinen Streit in der Familie gegeben, erklärte Ciuciu, „es war ein gutes Verhältnis“. Die Suche werde fortgesetzt, „bis wir die Kleine finden“.

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