Schon den täglichen Apfel verputzt? Heute muss er besonders gut schmecken, denn heute ist der alljährliche „Tag des deutschen Apfels“. Noch nie gehört? Macht nichts, zur Feier des Tages dürfen sich Unwissende wie Wissende  jetzt gern noch einen zweiten Apfel schmecken lassen. Nichts gegen  Äpfel aus Italien, Frankreich oder Chile. Aber ganz ohne Populismus: Der Absatz des Apfels von weiter weg liegt uns natürlich nicht so sehr am Herzen wie der Absatz des Apfels von nebenan.

Baden-Württemberg ist deutschlandweit Obstland Nummer eins mit etwa der Hälfte aller Obstbaubetriebe. Agrarminister Peter Hauk weist anlässlich des Apfeltags darauf hin. Auf 12 000 Hektar „wachsen hierzulande aromatische Äpfel in großer Sortenvielfalt und bester Qualität“, die mögen sich die Verbraucherinnen und Verbraucher doch schmecken lassen. Das sei gut für die Obstbauern und für die Kulturlandschaft. „Mit dem Kauf von Äpfeln aus der Region entscheiden sich Verbraucher zugleich für ein Stück Heimat.“ Rund 20 Kilo Äpfel werden pro Kopf verputzt, damit sei es das wichtigste heimische Obst. Elstar, Jonagold, Gala und Braeburn seien die beliebtesten Sorten, und zu den Pflanzungen der Profis kommen im Südwesten noch zig Hektar Streuobstwiesen mit ebenfalls vielen leckeren Apfelsorten.

Recht hat der Minister. Aber man darf auch die weniger leckeren Exemplare nicht vergessen, die auf manchem Baum im Südwesten wachsen. In diesen sauren Apfel muss man  am „Tag des deutschen Apfels“ auch beißen.