Auf einigen Verbindungen von und nach Stuttgart wird es im Rahmen des Deutschland-Takts keinen 30-Minuten-Takt geben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der SÜDWEST PRESSE vorliegt. Die Ursache ist für den Grünen-Abgeordneten Matthias Gastel die zu geringe Kapazität des neuen Tiefbahnhofs, der mit seinen acht Gleisen „ein Engpass“sei.

Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass die Verbindungen von Stuttgart nach Dresden, Nürnberg, Bonn, Braunschweig, Aachen und Chemnitz betroffen sind. Für diese Städte gebe es nur einen 60-Minuten-Takt, in Richtung Nürnberg fahren die Züge dem Dokument zufolge teilweise sogar nur alle 75 Minuten.

Lange Umsteigezeiten in Stuttgart

Auch bei Verbindungen innerhalb des Landes lässt der Deutschlandtakt der Anfrage zufolge auf einigen Strecken keine Verbesserungen zu. Es kommt zu langen Umsteigezeiten in Stuttgart. Betroffen Sind zum Beispiel Verbindungen aus Richtung Tübingen. Außerdem müssen Fahrgäste von Singen nach Heilbronn in Stuttgart 33 Minuten warten. Von Mannheim nach Friedrichshafen erwartet Reisende in Ulm eine Umsteigezeit von 20 oder 26 Minuten.

Arbeitsgruppe soll Ergänzungen zum Tiefbahnhof beraten

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) wollte sich zu den Ergebnissen der Anfrage nicht weiter äußern. Sein Sprecher verwies auf eine Arbeitsgruppe, in der Bahn, Land, Stadt Stuttgart und weitere Partner aktuell über weitere Ergänzungen des Tiefbahnhofs beraten. „Die Anfrage des Abgeordneten Gastel und die umfangreichen Antworten der Bundesregierung werden in der Arbeitsgruppe aufgenommen und sorgfältig aufgearbeitet“, teilte der Sprecher mit.

Debatte um zu geringe Kapazität: Bahn widerspricht

Bereits im Juni hatte es Diskussionen um die Leistungsfähigkeit des Bahnhofs gegeben. Aus einem Entwurf des Zielfahrplans für den Stuttgarter Tiefbahnhof gingen ähnliche Befürchtungen hervor. Die Deutsche Bahn bestritt damals „mit Nachdruck“, dass der Bahnhof nicht genügend Gleise für den Deutschlandtakt habe: „Die Leistungsfähigkeit wurde sowohl durch den sogenannten „Stresstests“ als auch mit einer jüngst durchgeführten Eisenbahnbetriebswissenschaftlichen Untersuchung bestätigt“, teilte ein Bahnsprecher im Juni mit.

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