Ulm Zwischennutzung der Bahnhofsunterführung für Kreative?

Ein Ort für die Zwischennutzung? Der Spielpalast.
Ein Ort für die Zwischennutzung? Der Spielpalast. © Foto: Lars Schwerdtfeger
LENA GRUNDHUBER 30.08.2014
Die SPD will was für die Kreativen tun und hat eine Zwischennutzung beantragt. Doch in der Bahnhofsunterführung? Eher nicht, sagt der Stadtplaner.

Ihre konstituierende Gemeinderatssitzung steht noch bevor, doch Dagmar Engels, frisch gekürte Ulmer SPD-Stadträtin, scheint schon ungeduldig in den Startlöchern zu scharren. Noch aus dem Urlaub heraus meldete sie sich jetzt mit einem Antrag an OB Ivo Gönner. Stadtratskollege Martin Rivoir und Engels schlagen darin eine neue Zwischennutzung für Ulmer Kulturschaffende vor - diesmal in der Bahnhofsunterführung.

In Vorbereitung der Umbaumaßnahmen für den neuen Bahnhofsvorplatz seien sowieso fast alle Läden leer, so dass man den Raum leicht auch für kreative Zwecke nutzen könnte, finden die Kommunalpolitiker. Außerdem gehörten Passage und Läden ohnehin der Stadt, sagt Engels. Entdeckt habe den Ort übrigens Martin Rivoir, denn "wir waren schon auf der Pirsch" - im Programm der Ulmer SPD heiße es nicht umsonst: "Wir (. . .) unterstützen die Zwischennutzung von temporär leerstehenden Gebäuden für künstlerische Projekte."

Die Bahnhofsunterführung sei gut geeignet, denn egal ob Kunstinstallation, Proberäume oder Party - "da stört es niemanden", meint die vh-Leiterin. Und nachdem die Macher der Kulturfahrschule mit ihrem Crowdfunding vorerst gescheitert seien, gebe es sicher Bedarf für Kreativ-Raum.

Dass die betreffenden Flächen der Stadt inzwischen gehören, das kann Chef-Stadtplaner Volker Jescheck auf Nachfrage bestätigen. Eine kreative Zwischennutzung allerdings? "Drängt sich mir nicht auf." Eine solche Unterführung müsse dann schon komplett für diese Zwecke besetzt und gesperrt werden, doch solange sie noch da sei, bleibe sie ja belebt. Zudem werde dort auch die Informationsstelle für die Sedelhöfe angesiedelt. Die kleinen Läden in der Unterführung hätten keinerlei Schallschutz: "Wenn man da Krach macht, hallt es in der ganzen Unterführung", sagt Jescheck. Zum "Remmidemmi-Machen" - ungeeignet. Möglichkeiten sieht der Planer hier höchstens für "leise Kultur": "Bildende Kunst kann ich mir gut vorstellen."