Die meisten Läufer sind überglücklich, wenn sie einmal im Jahr oder gar einmal im Leben einen Marathon absolviert haben. Doch vier im positiven Sinne Verrückte Einstein-Marathonis haben gleich zwei Mal in acht Tagen die 42,195 Kilometer hinter sich gebracht. Sie wurden bei einer Facebook-Aktion von Sport Sohn ausgelost und durften neben ihrer Teilnahme am Einstein-Marathon auch noch kostenlos beim Berlin-Marathon vor einer Woche mitlaufen.

Tanja Neumann (48) ist beim Einstein-Marathon Zugläuferin. Die zwei Marathons in einer Woche steckt sie als erfahrene Ultraläuferin noch relativ locker weg – wobei sie sich in Ulm dieses Jahr vorsichtshalber doch eine langsamere Zeit auf den Ballon hat schreiben lassen, als sonst: 4:30 Stunden war die Marke, zu der sie ihre Mitläufer führte. Immer noch eine beachtliche Zeit, wenn man bedenkt, dass Neumann in diesem Monat nicht nur den Berlin-Marathon absolviert hat: Anfang September war sie bereits bei der Swimrun-WM in Schweden am Start. Dort beträgt die Strecke aber keine 42, sondern sogar 75 Kilometer. In Berlin war Neumann vor allem von der Marathonmesse begeistert: Dort gab es ein Laufband, auf dem man testen konnte, wie lange man die Geschwindigkeit der Spitzenläufer aushält. „Das war schon cool, das mal zu fühlen“, sagt sie. Aber natürlich ist auch die Stimmung eine andere: „Berlin ist halt Berlin.“

Das sieht auch Thomas Kern (56) so: „Der Weltrekord hat schon etwas bewegt“, erzählt er mit Blick auf die Bestmarke von Eliud Kipchoge, die dieser am vergangenen Sonntag aufstellte. Er selbst musste die letzten Jahre läuferisch pausieren: „Ich hab diese Aktion als meine Chance gesehen, nach zwei Jahren verletzungsbedingter Pause wieder einzusteigen“, erzählt er.

Früher lief Kern beim Europacup der Marathonläufer mit. Vor 18 Jahren wurde er sogar Zehnter in der Gesamtwertung. „An meine Europacup-Zeiten komme ich halt nicht mehr ran“, sagt er.

Weniger Marathonerfahren als Neumann und Kern ist Johannes Hillenbrand (25). Er hat sich beim Einstein-Marathon 2017 zum ersten Mal an diese Strecke gewagt – nach einer verlorenen Wette. „Für den Trainingszustand muss ich zufrieden sein“, sagt er nach seiner doppelten Leistung in diesem Jahr – weniger als vier Stunden brauchte er letzte Woche, in Ulm war er eine Viertelstunde langsamer.

Dabei war Hillenbrand vor kurzem noch in Marokko und Sibirien unterwegs. Auch er lobt die vielen Zuschauer in Berlin, die mächtig Stimmung machen. „Hier kommst du irgendwann in ein Loch rein. Allerdings sei es in Ulm halt doch irgendwie gemütlicher und auch sprachlich liegt ihm der Einstein-Marathon näher: „Da oben spricht man halt Englisch und hier spricht man Schwäbisch“, sagt er mit Blick auf das internationale Teilnehmerfeld. Wenngleich sein Mitläufer Thomas Kern einwendet: „Für die Größe der Stadt ist der Einstein-Marathon schon gigantisch.“