Markttreiben Mittelaltermarkt: Zuschauen und mitmachen

Beim Mittelaltermarkt in Wiblingen sind viele alte Handwerkskünste zu sehen.
Beim Mittelaltermarkt in Wiblingen sind viele alte Handwerkskünste zu sehen. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Von Beate Storz 11.05.2018

Handwerkskunst, Fahrgeschäfte, Kulturprogramm und allgegenwärtige Rittersleut’ im Lager – der Mittelaltermarkt bietet, was die Mittelalterenthusiasten erwarten. Meister Friedrich zeigt den Besuchern, wie man an seiner selbst gebauten Wibbogen-Drechselbank Holzklötze in formschöne Dekorationsstücke verwandelt. Dabei lässt er sich helfen. So durfte die achtjährige Melina aus Buchenberg bei Kempten selbst den Meißel an das Holz halten, während Meister Friedrich mit wippenden Fußbewegungen die Mechanik in Gang setzte. „Die Maschine ist mein Meisterstück. Historische Zeichnungen dienten als Bauanleitung“, erzählt Meister Friedrich, der Fritz Hirsch heißt und aus München kommt.

Er fertigt Holzschmuck und Dekorationstücke und ist Drehleierbauer. Meister Friedrich kann das Instrument nicht nur bauen, sondern auch spielen. Er nimmt sich viel Zeit, so wie alle Handwerker, um den Besuchern von seinem Handwerk zu erzählen. Melina ist fasziniert.

Kontrastprogramm hatte hingegen Peter Stöckli aus Luzern. „Wir haben Urlaub im Günzburger Legoland gemacht, dort hängen Werbeplakate für den Mittelaltermarkt. Und dann beschlossen wir, eine Nacht länger zu bleiben. Da sehen die Kinder, dass man auch ohne Smartphone und Computer überleben kann.“

Allergiefreie Schmuckstücke

Barbara und Michael Dimminger lassen sich viel Zeit, um den Besuchern ihr Schmiedehandwerk näher zu bringen. Die Österreicher fertigen Schmuckstücke aus nickelfreiem Metall. „Das Material ist nicht mittelalterlich, aber für die meisten Käufer tragbar, da sie keine Angst vor allergischen Reaktionen haben müssen.“ Er fertigt auch Waffen an. Die Besucher können sich einen eigenen  Esspfriem schmieden. „Das ist der Vorgänger der Gabel, ein Gerät zum Essen aufspießen.“ Die Herstellung dauert drei bis vier Stunden. Damit das Souvenir gut verpackt ist, bekommen die Kursteilnehmer ein handgefertigtes Ledertäschchen dazu.

Die Steine haben es Emily Leifheit angetan. Sie ist Steinmetzgesellin und studiert in Stuttgart Audiovisuelle Medien. Auf dem Mittelaltermarkt zeigt sie das Steinmetzhandwerk. „Seit hunderten von Jahren wird immer gleich gearbeitet. Mit Hammer und Meißel. Wir wollen den Menschen zeigen, dass die Erstellung von Steinskulpturen viel Arbeit macht. Deshalb können es die Leute bei uns selbst probieren. Danach wissen sie, warum die Sachen so viel Geld kosten“, erzählt Leifheit. Allerdings sollten die Besucher dafür sehr viel Zeit mitbringen.

Spektakel dauert noch bis zum Sonntag

Mittelaltermarkt Heute von 17 bis 23.30 Uhr geöffnet, am Samstag von 10 bis 23.30 Uhr, am Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Die Ritterturniere zu Pferd sind  am Samstag um 15 und 21 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr zu sehen.

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