Ulm Zunächst geht es um den Vermögenserhalt

Frank Hurler: Wohlhabende Anleger wollen keine Überraschungen. Foto: Fürstlich Castellsche Bank
Frank Hurler: Wohlhabende Anleger wollen keine Überraschungen. Foto: Fürstlich Castellsche Bank
Ulm / FRANK KÖNIG 04.09.2013
Die Fürstlich Castellsche Bank will ihren Standort für die Vermögensberatung in Ulm ausbauen. 100 Millionen Euro Anlagevolumen sind erreicht.

Zinsen nahe null, eine Inflationsrate bei zwei Prozent: Da stellt sich vor allem für wohlhabende Anleger die Frage, wie sie ihr Vermögen erhalten. Wer sein Geld einer auf Vermögensverwaltung spezialisierten Bank anvertraut, muss mit ihr mindestens vier Prozent Zinsen erwirtschaften, um nach Inflation, Steuern und Bankmarge den Vermögenserhalt zu schaffen. Die Fürstlich Castellsche Bank strebt für ihre reichen Kunden fünf bis sieben Prozent an, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Sebastian Klein bei einem Besuch in der Ulmer Filiale. Da müssen Aktien hinzu, auch ausländische mit Währungsgewinnen, wegen Syrien wieder etwas Gold.

Die Fürstlich Castellsche hat am Weinhof vor zwei Jahren eine Niederlassung eröffnet, die von Frank Hurler seit dessen Wechsel von der Deutschen Bank betreut wird. Er hat mit der langfristigen Strategie der 1774 gegründeten Bank nach seinen Worten Erfolg: "Die Kunden möchten wenig Überraschungen." Hurler ist es gelungen, das Anlagevolumen auf den von ihm angestrebten Wert von rund 100 Millionen Euro zu bringen: "Wir gehen in den dreistelligen Millionenbereich."

Er geht davon aus, dass die Dynamik des Wachstums etwas abflacht, verzeichnet aber sehr viele persönliche Empfehlungen. So hat er allein 75 seiner mehr als 100 Kunden auf diesem Weg gewonnen. Mit Werbung ist die konservative Bank zurückhaltend. Sie schließt bei ihren Anlagen übrigens unethische Produkte wie Lebensmittelfonds aus.

Klein zeigte sich mit dem Standort zufrieden, der ausgebaut werden soll: Zu Hurler und Andrea Hieber soll noch ein weiterer Berater stoßen. Ulm ist einer von drei baden-württembergischen Standorten in der Vermögensberatung: neben Heilbronn und Mannheim. Dazu kommen Würzburg, München, Nürnberg sowie zwölf Filialen für das normale Bankgeschäft.