Rekord Zum Weltrekord getanzt

Ulm / BEATE ROSE 25.05.2013
Ende April haben 388 Menschen um Maibäume getanzt und damit einen Weltrekord versucht. Nun steht fest: Der Rekord ist gelungen.

An jenem Sonntag Ende April war es in Ulm - warum überrascht einen das nicht? - kalt. "Es hat wenigstens nicht geregnet", sagt Manfred Stingel und kann am Mistwetter noch etwas Positives finden.

Kein Regen - das war wichtig für ihn an diesem Tag. Schließlich ist Stingel der Vorsitzende des Kulturrats des Schwäbischen Albvereins, der die Volkstänze lehrt. Er hatte dafür gesorgt, dass an diesem Sonntag 388 Menschen auf dem Münsterplatz tanzten. In Trachten und mit Bändern in den Händen, die sie um Maibäume flochten, möglichst ohne sich zu verheddern.

Der Verein hatte Ende April in Ulm sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Natürlich mit allem was dazugehörte, also Festvorträgen, Auftritten - und mit einem Rekordversuch. Der hieß offiziell: "Die meisten Maibaum-tanzenden Menschen der Welt." Deswegen wurde in Ulm gefeiert, denn die Stadt hat einen Münsterplatz, "eine wunderbare Kulisse" (Stingel), der für einen solchen Rekordversuch Platz bietet.

So einen Versuch hatte der Verein bereits 1988 in Stuttgart gestartet, zur Feier des 100-jährigen Bestehens. Stingel hat daran keine guten Erinnerungen: Beim Tanz um den Maibaum ist es üblich, den Richtungswechsel zu pfeifen. Ein Zuschauer pfiff dazwischen. "Die Tänzer kamen durcheinander, das wars", erzählt Stingel.

In Ulm war alles anders. Gut, Tänzer wie Zuschauer froren sich zwar schier die Zehen ab, aber abgesehen von derartigen Lappalien war man vorbereitet: Stingel pfiff nicht die Kommandos, sondern hatte sich ein Hirtenhorn zugelegt, in das er trötete. Bevor es losging, sich je um die 50 Paare um einen Maibaum aufgestellt hatten, gab Stingel dieses Kommando: "Gucken Sie, dass Sie schön tanzen."

Es klappte. Die Tänzer mussten fehlerfrei mindestens fünf Minuten um die Bäume tanzen. In Ulm tanzten sie 10 Minuten und 29 Sekunden - und jubelten hinterher und tanzten vor Freude einen Walzer.

Am Donnerstag erhielt Stingel nun Post aus London von der Guinness-Redaktion: "Unser Weltrekord ist anerkannt", sagt Stingel. "Endlich eine gute Nachricht in diesen Zeiten, in denen alle nur übers schlechte Wetter reden."