Nachruf Zum Tod von Wolfgang Eychmüller: Unternehmer und Mäzen mit Herz

Dr. Wolfgang Eychmüller ist gestorben: Er war ein außergewöhnlicher Mensch und Unternehmer und Förderer des Ulmer Münsters. Foto: Volkmar Könneke
Dr. Wolfgang Eychmüller ist gestorben: Er war ein außergewöhnlicher Mensch und Unternehmer und Förderer des Ulmer Münsters. Foto: Volkmar Könneke
Ulm / VERENA SCHÜHLY 09.09.2013
Wolfgang Eychmüller ist tot. Im Alter von 84 Jahren ist der Ulmer Ehrenbürger, langjährige Chef der Wieland-Werke und Mäzen am Freitag gestorben.

"Ein stiller Ulmer Weltbürger", so wurde Dr. Wolfgang Eychmüller in dieser Zeitung anlässlich seines 80. Geburtstags vor vier Jahren charakterisiert. Am Freitag ist er, nachdem es ihm schon einige Monate lang gesundheitlich nicht gut gegangen war, gestorben. Ulm verliert mit ihm eine "unschätzbare Persönlichkeit", sagt der evangelische Dekan Ernst-Wilhelm Gohl.

Eychmüller habe als Unternehmer wie auch als Vorsitzender des Münsterbauvereins unendlich vieles bewegt und vieles erreicht. "Aber er ist dabei immer ganz bescheiden geblieben und wollte nicht in der erste Reihe stehen. Ihm ging es immer um die Sache, niemals um seine Person", würdigt Gohl die Verdienste Eychmüllers.

Geboren am 24. Mai 1929 in Ulm, studierte er nach dem Abitur an der Technischen Hochschule Stuttgart und schloss mit der Promotion zum Dr.-Ing. ab. 1957 trat er als Ingenieur in die Wieland-Werke ein und übernahm 1972 den Vorsitz im Vorstand von seinem Vater Karl Eychmüller. Unter der Führung des Sohnes entwickelte sich Wieland zu einem der weltweit führenden Hersteller für Bleche, Rohre, Profile und Stangen aus Kupfer und Messing. 1999 schied er aus der operativen Verantwortung aus und übernahm den Vorsitz im Aufsichtsrat, den er bis 2008 inne hatte.

Im Unternehmen wurde Eychmüller wegen seines hohen technischen Sachverstands ebenso geschätzt wie für seine soziale Ader und seine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Einer seiner Leitsätze lautete: "Die Pflicht ist selbstverständlich, aber das richtige Gewicht gibt erst das Herz, das freiwillig in die Waagschale geworfen wird."

Das Herz Eychmüllers gehörte dem Ulmer Münster. 40 Jahre lang, von 1973 bis 2013, war er Vorsitzender des Münsterbauvereins, den sein Vater 1925 gegründet hatte. In dieser Zeit hat der Verstorbene unermüdlich Spenden gesammelt und viele Millionen Euro eingetrieben. Doch auch fürs Ulmer Museum und die Universität Ulm wirkte er als Mäzen, unterstützte das kulturelle und sportliche Leben in Vöhringen sowie die internationale Bachakademie Stuttgart.

Entsprechend zahlreich sind die Ehrungen, die Wolfgang Eychmüller zum Dank und als Anerkennung zuteil wurden und die er in seiner bescheidenen Art mit gemischten Gefühlen entgegennahm: Er ist Ehrenbürger seiner Heimatstadt Ulm und von Vöhringen, wo die Wieland-Werke ihre Produktion und den größten Firmenstandort haben; er ist Ehrensenator der Universitäten Ulm und Stuttgart; er hat die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und den bayerischen Verdienstorden bekommen.

Es wird eine öffentliche Trauerfeier für Wolfgang Eychmüller am Dienstag, 17. September, 14 Uhr, im Ulmer Münster geben. Die Beisetzung findet im Familienkreis statt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel