Die freie Realschule in Altheim wird zum nächsten Schuljahr mit 36 Fünftklässlern starten. Das übertrifft alle Erwartungen der Schulgründer und der Gemeinde, die das Schulhaus für 750.000 Euro saniert.

In der Altheimer Schule, die zum Schuljahr 2014/15 geschlossen wurde, wird bald wieder Betrieb herrschen. Mehr Betrieb, als man sich in der 1700-Einwohner-Gemeinde vor wenigen Wochen noch vorstellen konnte. Denn die freie Realschule, die zum kommenden Schuljahr ihre Türen eröffnen wird, hat es auf Anhieb geschafft, 36 Anmeldungen für die fünfte Klasse zu bekommen. Die Schule in freier Trägerschaft startet deshalb gleich mit zwei Klassen.

„Wir sind selbst etwas überrascht und sehr zufrieden“, sagt Anja Österreicher von dem fünfköpfigen Pädagogen-Team, das die freie Realschule gegründet hat. Zwar hatte sich schon bei den Infoabenden ein großes Interesse an der Schul-Wiederbelebung abgezeichnet, aber geplant war eigentlich ein einzügiger Start. Eine Klasse mit höchstens 24 Schülern haben die fünf Lehrer angepeilt, die ihre sicheren Jobs in staatlichen Schulen für das Altheimer Projekt aufgeben.

Dass es nun gleich mit zwei Klassen losgeht, erhöht zu Beginn den Finanzbedarf der freien Realschule. Probleme bereitet das aber nicht. „Die Finanzierung ist sichergestellt“, sagt Österreicher. Neben dem Schulgeld von 100 Euro je Schüler und Monat deckt der Schulträgerverein seine Kosten mit Krediten und über Sponsoren. Zumindest bis das Land zum vierten Schuljahr in die Finanzierung einsteigen wird.

„Wir sind jetzt gerade aktiv auf der Suche nach Firmen, die uns unterstützen. Alles Geld, das wir so einnehmen, hilft uns, die anfallenden Kredite schneller zu tilgen“, erklärt Österreicher. Auf private Unterstützung hofft der Förderverein vor allem aus dem Einzugsgebiet, aus dem auch die künftigen Schüler kommen. Neben den Albgemeinden des Alb-Donau-Kreises sind dies auch Kommunen im angrenzenden Landkreis Heidenheim. Denn mit dem Start der freien Schule wird auch eine neue Schulbuslinie den Betrieb aufnehmen. Zwischen Herbrechtingen und Altheim wird ein Kleinbus verkehren – und wird Anhausen, Dettingen, Heuchlingen und Heldenfingen und Gerstetten (alle im Kreis Heidenheim) anfahren. Vor allem am Bildungszentrum Gerstetter Alb, das bislang ein Drittel seiner Schüler im angrenzenden Alb-Donau-Kreis rekrutiert hatte, macht sich dies bei den Anmeldezahlen schon bemerkbar. „Uns fehlen ein paar Schüler an der Realschule“, sagt Konrektor Marc Gausmann. Rund ein Dutzend Schüler weniger aus dem „Ulmer Land“ hätten sich heuer angemeldet. Für die Zweizügigkeit reicht es aber auch in Gerstetten noch. Gausmann: „Wir müssen uns diesem Thema jetzt eben stellen.“

Entspannter kann man die Lage derweil in der Langenauer Friedrich-Schiller-Realschule und an der Herbrechtinger Bibrisschule sehen. „Wir haben keine Einbußen, sondern so viele Meldungen wie schon lange nicht mehr“, sagt der Langenauer Rektor Martin Metzger. Sein Kollege Roland Widmann aus Herbrechtingen, wo in der Vergangenheit auch die Gründer der Freien Realschule Altheim arbeiteten, sieht allenfalls „einzelne Schüler“ abwandern. „Wir haben über 40 Anmeldungen. Das ist gut“, sagt er.

Als rundum gut nimmt der Altheimer Bürgermeister Andreas Koptisch die aktuelle Situation wahr. „Super. Das hätten wir nicht erwartet“, sagt er – und: „Wir sind bei der Sanierung des Schulhauses voll im Plan. Das Gebäude wird echt gut.“