Ulm Zum Glück

Ulm / JR 28.02.2014

Das Glück ist Thema der 7. Ulmer Denkanstöße im Stadthaus, und es wären keine Denkanstöße, würde dies nicht problematisiert. Also heißt es vom 12. bis 15. März: "Zwang zum Glück? Wertewandel in der Erlebnisgesellschaft." Die Referenten setzen sich mit Glückssuche, Spaßgesellschaft und Massenkultur auseinander. Dabei ist ausdrücklich nicht mit Ratgeberliteratur zu rechnen, sagt Prof. Renate Breuninger vom Humboldt-Studienzentrum an der Uni Ulm, das, unterstützt von der Sparda-Bank, diese alljährliche öffentliche Tagung zu gesellschaftlichen Fragen mit der Stadt veranstaltet. Sie fragt: "Ist die Jagd nach dem Glück nicht eigentlich eine Suche nach dem Sinn des Lebens?" Glück und positives Denken würden in der Wissenschaft neuerdings kontrovers diskutiert. "Da sind wir jetzt an einem ganz guten Zeitpunkt."

Es geht bei diesen Denkanstößen durchaus populär auch um die Untersuchung von Events wie dem Oktoberfest oder Fußballbundesligaspielen. Und dass der Schwörmontag dabei nicht zum Tragen kommt, hat nur damit zu tun, dass man dem Thema in der Reflexion "nicht zu nahe kommen sollte", wie die Ulmer Bürgermeisterin Iris Mann bei der Vorstellung des Programms gestern augenzwinkernd sagte.

Den meist überlaufenen Festvortrag zum Auftakt hält diesmal Ex-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin. Er philosophiert über "Glück, Spaß und gelungenes Leben." Mit dabei sind außerdem Literaturkritiker Hellmuth Karasek, der allen Ernstes Witze erzählt, und der Musiker und Extremsportler Joey Kelly, der an Grenzen geht. Dabei kann das Glück als Nebenprodukt abfallen - muss es aber nicht.

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