Ulmer Ikone Zum Gedenken an den Kuhberg-Willy

Ulm / cst 27.07.2018
Am 27. Juli wäre der Büttenredner und Moritatensänger Willy Rötter 100 Jahre alt geworden.

Viele Jahre war Willy Rötter als Aktiver beim Kuhberg-Verein und in der Seniorenarbeit tätig. Schon bei der Gründung der Karnevalsgilde 1962 war er mit dabei. „Seine Aufritte als Büttenredner oder Moritaten-Sänger sind unvergessen“, sagt sein Sohn Dieter Rötter heute. Gemeinsam mit seinen Brüdern Fritz und Willi hat er zum Gedenken an den Vater einige Anekdoten zusammengetragen. Der Kuhberg-Willy wäre heute 100 Jahre alt geworden.

Als Laienspieler in der Theatergruppe des Kuhberg-Vereins war Rötter jedes Jahr in verschiedene Rollen geschlüpft. „Einmal brachte er sogar ein echtes Ferkel unter dem Arm mit auf die Bühne, welches ihm aber entglitt und dann über die Bühne sauste“, erzählt Dieter Rötter. Das sei damals für das Publikum die Sensation gewesen.

Überall gern gesehen

Unvergessen auch seine musikalischen Darbietungen mit der Ziehharmonika in der Senioren-Band vom Kuhbergverein mit Dieter Koch am Klavier und Anton Hofmann an der Gitarre. Selbst beim Bau des Kuhberg-Vereinsheims durfte er nicht fehlen. Mit Kelle und Traufel (Glättkelle) war er zur Stelle, 1981 war dann der Einzug ins neue Heim.

Willy Rötter war viele Jahre für die Aktion 100.000 der SÜDWEST PRESSE unterwegs. So versteigerte er Bilder von Helme Luib oder spielte in der Adventszeit mit seiner „Quetschkommode“ Weihnachtslieder. Sein wohl kuriosester Einsatz  war ein Kartoffelfest in seinem Garten am Kuhberg. Von den in einem Hochbeet heranwachsenden Kartoffeln war eigentlich eine stattliche Ernte erwartet worden. Heraus kamen nur 3,6 Kilogramm, aber immerhin 117,58 Mark als Spende.

„Unser Vater war ein Unikum, der die Menschen immer wieder zum Lachen und somit zur Freude am Leben ermuntern konnte“, sagt Dieter Rötter. Für die Verdienste im Ehrenamt wurde dem Kuhberg-Willy die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen. Am 10. September 1996 verstarb Willy Rötter im Alter von 78 Jahren. „Ein guter Mensch vom Kuhberg muss gehen“, war damals in der SÜDWEST PRESSE zu lesen.

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