Auf dem früheren Gummi-Welz-Gelände in der Ulmer Weststadt sollen rund 200 Wohnungen und etliche Gewerbeeinheiten entstehen. Mit einem ersten Bauabschnitt und 50 Wohnungen, Gewerbeflächen sowie 65 Tiefgaragen-Stellplätzen geht es los. Der Stadtentwicklungsausschuss hat die Aufstellung des Bebauungsplans „Magirusstraße/Söflinger Straße Teil 1“ beschlossen. Was auf dem Grundstück vorgesehen ist, soll den Bürgern in einer Info-Veranstaltung erläutert werden, deren Termin aber noch nicht feststeht.

Die Grundzüge der Planung stellte Helmut Kalupa, Leiter der Abteilung Städtebau, den Stadträten vor. Angestrebt ist eine dichte Bebauung mit überwiegend fünfgeschossigen Häusern und einem innen liegenden Quartiersplatz, auf dem sich Bewohner treffen und aufhalten können. Gerade entlang der Magirusstraße soll Platz für Gewerbe sein.

Grünstreifen und Parkplätze

Der erste Bauabschnitt wird von der Magirusstraße her über eine verkehrsberuhigte Stichstraße erschlossen, die am Quartiersplatz endet und auch die Zufahrt für die Tiefgarage darstellt. Im Quartier selbst werden zwei neue Geh- und Radwege angelegt, einer in Nord-Süd-, einer in Ost-West-Richtung. Entlang der Magirusstraße sollen ein Grünstreifen mit Bäumen und Längsparkplätze angelegt werden. Grundlage dieser Planung ist der Entwurf des Stuttgarter Büros OrangeBlu, das den städtebaulichen Wettbewerb mit sechs Architekturbüros gewonnen hat (wir berichteten).

Bauherr ist der Ulmer Investor Munk, der das Areal gekauft hat. Die Stadt hatte dafür 2010 auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet. Voraussetzung war, dass sich die Firma Munk auf einige Bedingungen der Stadt einließ. Dazu zählten beispielsweise der Wettbewerb, die unentgeltliche Übertragung von Erschließungsflächen und Freiräumen auf die Stadt sowie die Entwicklung des Quartiers „im Benehmen mit der Stadt Ulm“.

Eines ist allerdings nicht Bestandteil dieser Vereinbarung: Munk ist nicht verpflichtet, in dem Gebiet günstige Mietwohnungen zu bauen. Der Gemeinderat hat erst viel später festgelegt, dass bei Bauvorhaben ab 1000 Quadratmeter mindestens 30 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen errichtet werden müssen. Die Stadt halte sich selbstverständlich an die Vereinbarung mit Munk, sagte Baubürgermeister Tim von Winning. „Wir werben aber sehr dafür, trotzdem preiswerte Wohnungen zu bauen.“ Die Stadt sei mit Munk im Gespräch.

Die Stadträte waren voll des Lobs über die Planung, das Gebiet sei „ein Juwel“, sagte Karl Faßnacht (FWG). Sie unterstützen die Stadt in dem Bemühen, dort auch preisgünstige Wohnungen zu verwirklichen.

Eine ursprünglich vorgesehene Kindertagesstätte soll auf dem Gummi-Welz-Areal nicht entstehen. Sie sei dort laut Sozialverwaltung nicht nötig. Die künftige Kita im Postdörfle fange einen Teil des Bedarfs ab.

Urbanes Stadtquartier im Ulmer Westen


Stadtentwicklung Stadt und Gemeinderat setzen bei der Neubebauung gewerblich genutzter Flächen auf ein Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten. Möglich macht das eine Änderung des Bauplanungsrechts: Der Bund hat die Kategorie „urbanes Gebiet“ eingeführt. Die Mischung aus Wohnungen und Gewerbe wird auf dem Gummi-Welz-Areal verwirklicht.