Marsch Benefiz: Zu Fuß durch Afrika

swp 12.01.2018
Es geht um sauberes Trinkwasser und die Werbung für Hygiene: Sandra Bohnaker ist mit 24 anderen dafür 545 Kilometer von Ruanda nach Uganda gelaufen.

Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitäre Grundversorgung für alle Menschen – das ist das Ziel der Initiative „Viva con Agua“. Um für diese Idee zu werben, sind im vergangenen Monat 25 internationale Läufer zum „Waterwalk“ aufgebrochen, liefen von Ruanda nach Uganda. 545 Kilometer durch Afrika, innerhalb von drei Wochen. Mit dabei war die 37-jährige Ulmerin Sandra Bohnaker. Für sie war es ein facettenreiches Erlebnis.

„Es war mein bisher größtes Abenteuer und dennoch eigentlich pure Erholung: Keine Digitalisierung. Keine negativen Nachrichten“, sagt die Ulmerin. Der einzige Tagesinhalt waren die Wanderungen durch eine „gefühlt andere Welt, die doch dieselbe ist“. Allerdings bei ungewohnten Temperaturen und Rahmenbedingungen. „Wir waren ein bunt gemischtes Team an Läufern, das sich zuvor nicht kannte und vor allem in Extremsituationen sehr gut harmoniert hat“, stellt Bohnaker fest.

Von enormer Gastfreundschaft, glücklichen Begegnungen, großem Zusammenhalt und atemberaubenden Landschaften berichten auch andere Teilnehmer über die ereignisreichen Wochen in Afrika. „Es gab keinerlei brenzlige Situation, wir fühlten uns durchweg willkommen und sicher“, resümiert Viva con Aqua-Gründer Benjamin Adrion.

Pro Tag legte die Gruppe 25 bis 42 Kilometer zurück. Begleitet wurden die Läufer von einem Team, das die Grundversorgung sicherstellte. Übernachtet wurde in Zelten und auf Isomatten. Ihr Camp durften die Walker auf Sportplätzen, in Schulhöfen oder öffentlichen Wiesen aufbauen.

Besonders gefallen hat Bohnaker, dass es auf der Reise von Kigali nach Kampala zu vielen Begegnungen mit den Menschen vor Ort gekommen ist. Bei Kunstaktionen, in Workshops mit Kindern oder bei Live-Konzerten hat man sich getroffen. Fast schon nebenbei wurde dabei die Botschaft vermittelt: Wie wichtig Hygienemaßnahmen und sanitäre Grundversorgung sind.

Wie aufwendig es sein kann, genügend sauberes Wasser zur Verfügung zu stellen, haben die Sportler auf ihrem Treck auch selbst erlebt, so Sandra Bohnaker: „Wir haben festgestellt, wie viel Wasser wir täglich verbrauchen – fürs Trinken, fürs Kochen, Waschen, Duschen.“ Obwohl sie nur jeden zweiten Tag geduscht habe, sei es trotzdem enorm, was für eine Wassermenge benötigt wurde. „Und die musste die Crew zuvor immer erst besorgen und zu Brauchwasser filtern. Das heißt, gerade die Wasser- und Sanitärsituation war das, was uns mit am meisten beschäftigt hat“.

Die ganze Aktion ist schon jetzt ein Erfolg. Viva con Agua und die Unterstützer haben mit dem Waterwalk bereits mehr als 30.000 Euro gesammelt. Bis Mitte 2018 kann weiterhin gespendet werden.

Mit dem Waterwalk feierte die Organisation gleichzeitig die Gründung von Viva con Agua Uganda. Denn das Netzwerk der ehrenamtlichen Unterstützer wächst mittlerweile über Europa hinaus. Ehrenamtliche Studenten und Musiker engagieren sich seit einigen Jahren in einer Crew vor Ort, sammeln Spenden und stellen zahlreiche Aktivitäten in Uganda auf die Beine. Seit 2017 gibt es daher auch in Uganda eine eingetragene Organisation, die Viva con Agua dauerhaft repräsentiert.

Wohin die Spenden fließen

Die Projekte Die beiden Projekte in Ruanda und Uganda, die mit den Spendengeldern des Waterwalk finanziert werden, sind auf der Viva con Agua-Website detailliert beschrieben: https://www.vivaconagua.org/index.htm?post&id=2302. Wer sich genauer informieren will, auch über die Verwendung der Spenden des Vereins, kann dies dort tun. Bis Mitte 2018 kann gespendet werden.