Wohnraum Zimmer gesucht!

Lage auf dem Wohnungsmarkt ist nicht hoffnungslos
Lage auf dem Wohnungsmarkt ist nicht hoffnungslos © Foto: dpaGrafik
Ulm / Von Rudi Kübler 04.09.2018

Angespannt ist die Lage zwar – aber ist sie das nicht vor jedem Wintersemester? Doch, doch, das ist Normalität, sagt Claus Kaiser. Dann nämlich strömen die Erstis, die Studienanfänger also, auf der Suche nach einem Zimmer in die beiden Städte. „Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist allerdings nicht hoffnungslos. Es wird sicherlich keine Dramen und keine Tränen geben“, sagt der Geschäftsführer des Studierendenwerks Ulm und spielt damit auf Zeiten an, als ernsthaft überlegt worden war, Notunterkünfte als Zwischenlösung einzurichten. Mit Notfällen rechnet Kaiser in diesem Herbst nicht, aber er macht auch eines deutlich: Ohne private Vermieter geht es nicht, „wir sind auf den privaten Wohnungsmarkt angewiesen“.

Wie stark der private Wohnungsmarkt für Studenten angewachsen ist, das belegen Zahlen der vergangenen zehn Jahre: Waren 2008 gerade einmal 240 Zimmer und Wohnungen über die Privatzimmerkartei des Studierendenwerks gegangen, hat sich die Zimmerzahl auf 825 private Angebote erhöht. „Uns ist es gelungen, eine Kultur der privaten Vermietung zu entwickeln. Ulm ist jetzt eine richtige Studentenstadt“, freut sich Kaiser.

„Privatzimmer können wir immer brauchen, auch dieses Wintersemester“, sagt Krstimir Krizaj, Leiter der Abteilung Recht, Wohnen, Soziales beim Studierendenwerk. Die Online-Plattform, die das Studierendenwerk eingerichtet hat, um Studierende bei der Zimmersuche zu unterstützen, umfasst aktuell lediglich 58 noch verfügbare Privatzimmer. Zu wenig eigentlich, wenn man bedenkt, dass in Numerus-clausus-Fächern wie Medizin die Entscheidung für den Studienort erst auf den letzten Drücker fällt – also erst Mitte Oktober. Laut Krizaj wird die Privatzimmerkartei täglich aktualisiert, „das Angebot ist übrigens kostenlos“.

656 Bewerber auf der Warteliste

Für Entspannung auf dem studentischen Wohnungsmarkt sorgen die Neubauten auf dem Campus: Allein mit der Upper Westside auf dem Campus (Manfred-Börner-Straße 1-5) hat das Studierendenwerk seit 2013 fast 400 Zimmer erstellt. Damit bietet das Studierendenwerk etwas mehr als 1600 Zimmer in neun Wohnheimen an in der Preisspanne zwischen 220 und 414 Euro. Aktuell stehen 656 Bewerber auf der Warteliste, wobei: Die bloße Zahl täuscht. Kaiser: „Auf der Liste stehen auch Erstsemester, die sich an mehreren Unis beworben haben und vorsichtshalber immer auch ein Zimmer bei den jeweiligen Studierendenwerken reserviert haben. Rund ein Drittel der Bewerber, das auf der Liste steht, wird das Studium nicht in Ulm, sondern in einer anderen Stadt antreten.“ Und: Sind die privaten Wohnheime, wie sie gerade in Neu-Ulm entstanden sind und wie sie auch im Mähringer Weg momentan entstehen, eine Konkurrenz. „Aus meiner Sicht: nein“, sagt der Geschäftsführer. Die Miete in diesen Wohnheimen bewege sich zwischen 400 und 600 Euro, „da liegen wir weit drunter“.

Info Vermieter, die Zimmer oder Wohnungen anbieten wollen, können sich beim Studierendenwerk Ulm für die Online-Privatzimmerkartei melden, Tel. (0731) 502-3820 oder 3846.

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Wohngemeinschaft Die WG ist die mit Abstand beliebteste Wohnform unter Studenten. Vor allem Erstsemester bevorzugen die WG, weil sie gleich Anschluss an Kommilitonen haben. Das spiegelt sich auch im Wohnraumangebot des Studierendenwerks Ulm wider: Rund 90 Prozent der 1600 Zimmer sind in WGs.

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