Ist das nun schnell oder langsam? Die marode Gänstorbrücke soll in sechs Jahren durch einen Neubau ersetzt sein. „Einige sagen: Der Zeitplan ist sportlich. Andere fragen: Warum dauert das so lang?“ So umriss Roswitha Schömig, Sachgebietsleiterin für Brücken bei der Stadt Ulm, die Bandbreite der Erwartungen, als sie im Bauausschuss den Zeitplan vorstellte. Für sie als Fachfrau und für die Stadträte im Ausschuss ist freilich klar: In dieser Zeitspanne eine Brücke über die Donau zu planen, zu projektieren, genehmigt zu kriegen und zu bauen, ist überaus ambitioniert.

Dabei drängt die Zeit. Ein Schwertransporter, der Mitte Mai verbotenerweise über die Brücke gefahren ist, hat die ohnehin schweren Schäden weiter verschlimmert. Die Brücke wird deshalb für Fahrzeuge, die mehr als 24 Tonnen wiegen, gesperrt. Allerdings nicht schon ab Ende Juni, sondern erst einen Monat später. „Wir haben Probleme bei der Beschaffung der Schilder“, sagte Schömig. Denn da sind einige nötig. Wegen der Umfahrungsstrecken müssen etliche Schilder in Ulm und Neu-Ulm auf die Gewichtsbeschränkung hinweisen. Was Abriss und Neubau angeht, müssen viele Behörden beteiligt, Fristen eingehalten, das umfangreiche Prozedere abgearbeitet werden. Der Zeitplan sieht im Wesentlichen so aus:

  • Bis Juni 2021 soll die Planung stehen, inklusive Gestaltungswettbewerb und Abbruchkonzept. Ziel ist, die aus zwei Hälften bestehende Brücke so abzureißen, dass eine Seite zunächst für den Verkehr stehen bleibt.
  • Im Juli 2021 soll der Antrag für die Planfeststellung eingereicht werden. Über dieses Verfahren wird Baurecht geschaffen.
  • Im Juli 2022 soll der Planfeststellungsbeschluss vorliegen – sofern es keine Klagen gibt, die das Verfahren verlängern. „Wir hoffen sehr, dass das Interesse am Neubau so groß ist, dass jeder sagt: baut!“
  • Im Anschluss werden Zuschussanträge gestellt und der Bau des geschätzt 16 Millionen Euro teuren Projekts europaweit ausgeschrieben.
  • Der Baubeginn ist für Februar 2024 geplant.
  • Im August 2025 soll die neue Gänstorbrücke fertig sein.

Der Zeitplan sei ehrgeizig. „Aber wir setzen alles daran, dass es klappt.“

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