Leitartikel Ute Gallbronner zum Abschluss des Schuljahres Zeiten des Wandels

Autorenfoto
Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ulm / Ute Gallbronner 21.07.2018

Er machte sich mit großem Eifer an die ihm übertragenen Aufgaben.“ Das könnte tatsächlich in der kommenden Woche in einem Zeugnis stehen – wenn Bildungspolitiker denn eins bekommen würden. Übersetzt heißt es  in etwa: Der Schüler macht viel Wind um seine Arbeit, verzettelt sich völlig und am Ende kommt nichts raus.

Was ist in diesem Schuljahr alles passiert? In Bayern hat der erste G9-Jahrgang am Gymnasium begonnen, acht Jahre, nachdem der bislang letzte das Abitur gemacht hat. Noch weiß man nicht so genau, wie das laufen wird. Aber das war beim letzten Mal auch nicht anders.

In Baden-Württemberg treibt das vielgliedrige Schulsystem weiter seine Blüten. Real- und Gemeinschaftsschule bieten jetzt die gleichen Abschlüsse an, nur die Art des Lernens ist unterschiedlich. Ohnehin sind die Gemeinschaftsschulen dort, wo sie nicht längst den Durchbruch geschafft haben, auf dem absteigenden Ast, weil von Grün-Schwarz längst nicht so geliebt wie einst von Grün-Rot. In der Region werden bereits die ersten geschlossen.

Der Wechsel ist ständiger Begleiter all jener, die im Schulbetrieb beschäftigt sind. Am Kuhberg steht auch ein Wechsel bevor: An Ulms größtem Schulzentrum gehen drei von vier Schulleitern. Weinkauf, Stallasch, Braunsteffer – alle drei standen für Kontinuität und Kooperation. 17 Jahre hat Gerhard Braunsteffer die Robert-Bosch-Schule geführt – im besten Sinne des Wortes. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen sich scheuen eine kritische Meinung offen und unter ihrem Namen zu äußern, hat er sich nie versteckt. Allein deshalb wird er in der Ulmer Schullandschaft fehlen.

Am Campus Kuhberg müssen jetzt andere gestalten. Weiter geht es mit der Erweiterung der Anna-Essinger-Schulen. Das Konzept, so hört man, soll vor allem eins sein: flexibel. Das empfiehlt sich in diesen Zeiten.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel